Montag, 31. August 2015

Ostermärsche der FriedensbewegungOstermärsche der FriedensbewegungDie Ostermärsche haben laut Netzwerk Friedenskooperative dieses Jahr an politischem Zuspruch gewonnen. So riefen mit den Gruppen der Friedensbewegung, Globalisierungskritikern, der DKP, kirchlichen Gruppen und Gewerkschaften auch die Grünen, Die Linke sowie für die SPD u.a. Thorsten Schäfer-Gümbel und Heidemarie Wieczorek-Zeuel zur Beteiligung an den Ostermärschen auf.



Dies sei bei aller Skepsis innerhalb der Friedensbewegung gegenüber Parteien, die in Regierungsverantwortung die Kriegsbeschlüsse bewirkt hätten, eine begrüßenswerte Entwicklung. Die umgehende Beendigung der deutschen Beteiligung am Afghanistankrieges sowie ein weit entschiedenerer Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt seien "außerhalb der Regierungskoalition nahezu Konsens".

Bei den über 70 Veranstaltungen der Ostermärsche werde dazu - anders als im Bundestag - "Tacheles geredet". Aus der Friedensbewegung lägen umfangreiche Konzepte für ein friedenspolitisches Engagement ohne Militär in Afghanistan vor, die der jetzige Entwicklungsminister Niebel mit der bei seinem Afghanistanbesuch erneut verkündeten Direktive zur Anbindung der Hilfsorganisationen an die Bundeswehr konterkariere.

Breite Unterstützung für Abschaffung der Atomwaffen

Insbesondere die Forderungen der Friedensbewegung zur Abschaffung der Atomwaffen erführen breite Unterstützung. Ein Appell im Vorfeld der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages fordere von der Bundesregierung den Abzug der letzten Atomwaffen aus Deutschland und eine Absage an alle Modernisierungspläne, ein Nein zu Atomwaffen in der NATO-Strategie und den Ersteinsatz sowie das Engagement für Sicherheitsgarantien der Atomwaffenmächte gegenüber allen Nicht- Atomwaffenstaaten. Dieser Appell werde neben einer beeindruckenden Liste von Persönlichkeiten aus Gewerkschaften, Kirchen, Wissenschaft, Friedensbewegung und Friedensforschung, Bürgermeistern und Kulturschaffenden auch von vielen Mitgliedern des Bundestages unterstützt, u.a. auch von Sigmar Gabriel und Hans-Walter Steinmeier (siehe www.npt2010.de). "Eine gute Entwicklung", kommentiert das Netzwerk Friedenskooperative, "die wir uns allerdings bereits zu Regierungszeiten gewünscht hätten".

Die Ächtung der Atomwaffen und der Abzug aus den europäischen Standorten ist eines der Hauptthemen der diesjährigen Ostermärsche, die damit auch an den Protest gegen Atomraketen beim ersten deutschen Ostermarsch vor 50 Jahren erinnern. Am Ostersonntag protestieren Friedensgruppen am Fliegerhorst Büchel in der Eifel, wo die verbliebenen US-Atombomben gelagert sind. Am Osterwochenende finden Protestaktionen gegen die dortigen Atomwaffen auch in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und der Türkei statt.

Veranstaltungstermine, Aufrufe und Hintergrundinformationen finden sich unter: http://www.friedenskooperative.de

 

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