Dienstag, 24. Mai 2016
Solidaritätsanzeige

Protest gegen Wiener Opernball. Foto: KJÖProtest gegen Wiener Opernball. Foto: KJÖMit einem nicht zu übersehenden Transparent »Kaviar für euch? Krise für uns? Widerstand!« machten Mitglieder der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ) und des Kommunistischen StudentInnenverbands (KSV) am Donnerstag zur Eröffnung des 60. Opernballs in Wien auf die Zurschaustellung von Luxus und Dekadenz in Zeiten von Krise und Sparmaßnahmen aufmerksam.

»Während im Bildungssystem unerträgliche Zustände herrschen und Jugendliche in schlecht oder gar nicht bezahlten Praktikas legal ausgebeutet werden, scheint die Krise an den Bankern, Kaufhausbesitzern und der etablierten Politik spurlos vorüber gegangen zu sein«, kritisiert die Vorsitzende der KJÖ Wien, Martina Benario. Mit einer kulturellen Höchstleistung habe die alljährliche Selbstinszenierung der Sorgenfreien wenig zu tun. »105.000 Wienerinnen und Wiener müssen in ungeheizten Wohnungen leben, weil ihnen schlicht das Geld fehlt. Den Anzug-tragenden Sozialschmarotzern kann man nur wünschen, dass ihnen die 300-Euro-Menüs im Hals stecken bleiben«, so die Kommunistin.

Wir leben in einem System geradezu perverser Ungleichheit: Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen ebenso viel Vermögen wie die ärmsten 3,7 Milliarden. »Der Reichtum der einen, bedeutet die Armut der anderen. Diejenigen, die dafür die Verantwortung tragen, feiern sich abgeschirmt durch ein riesiges Polizeiaufgebot in der Oper selbst und klopfen sich für ihre Schweinerein auf die Schulter – damit muss endlich Schluss sein!«, meint Benario entschlossen.

Damit es zu keiner breiten Debatte über die Verteilung des Vermögens in unserer Gesellschaft kommt, werden nun einmal mehr geflüchtete Menschen zu Sündenböcken erklärt. Deshalb macht Benario klar: »Es ist nicht die Versorgung, Unterbringung und Einbindung jener Menschen, die vor Krieg, Terror und Hunger fliehen, die wir uns nicht leisten können, sondern der perverse Reichtum einer kleinen Minderheit Superreicher!«