Freitag, 9. Dezember 2016
Solidaritätsanzeige

Freiheit für Andrés Bódalo!Wenn nicht noch was passiert, muss der andalusische SAT-Gewerkschafter und Kommunalpolitiker der linken Liste Jáen en común, Andrés Bódalo, am 29. März seine Haft antreten. Ein Gericht verurteilte ihn zu dreieinhalb Jahren Gefängnis, weil er angeblich einen sozialdemokratischen Vizebürgermeister angegriffen haben soll. Hintergrund war eine Demonstration, die 2012 in der Gemeinde Jódar stattfand und in einem Wortgefecht endete. In dem Ort ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung arbeitslos, und mit der Kundgebung sollte eine Lösung für diese Lage verlangt werden. Doch anschließend verklagte der PSOE-Politiker Bódalo und bekam nun von der Justiz recht.

Bódalo soll der Anzeige zufolge dem Sozialdemokraten während einer gewaltfreien Auseiandersetzung Backpfeifen und Schläge verpasst haben. Die örtliche Polizei, die direkt von der Stadtverwaltung bezahlt wird, an deren Spitze der Sozialdemokrat steht, bestätigte diese Vorwürfe. Bódalo hat dagegen die Anklage von Anfang an zurückgewiesen. Unbestritten ist dagegen, dass Andrés Bódalo zu den aktivsten Persönlichkeiten der antikapitalistischen Bewegungen in Andalusien gehört.

Aus der Bevölkerung erreichten Bódalo zahlreiche Sympathiebekundungen. »Es ist eine Schande, dass Andrés Bódalo ins Gefängnis gehen muss, während es sich gleichzeitig Tausende Korrupte gutgehen lassen. Solidarität mit denen, die kämpfen!«, schrieb etwa der Chef der Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias. Am heutigen Samstag findet in Jáen eine Demonstration statt, um die Begnadigung Bódalos zu fordern.

»Andrés Bódalo wurde in einem Prozess verurteilt, der von seinen politischen Gegnern, konkret von der Stadtverwaltung und einem sozialdemokratischen Politiker, eingeleitet und getragen wurde«, teilte die für ihre spektakulären Aktionen bekannte Andalusische Arbeitergewerkschaft (SAT) in einem Statement mit. Diego Cañamero, der die Organisation drei Jahrzehnte lang geführt hatte, erklärte in einem auf Facebook geposteten Video: »Es kann nicht sein, dass ein Arbeiterführer dafür, dass er gegen Ungerechtigkeit und für die Rechte der Mehrheit gekämpft hat, im Gefängnis sitzen muss, während so viele Verbrecher, Diebe in weißem Hemd, mit vollen Händen die öffentlichen Kassen ausplündern und die Bevölkerung ohne Anspruch auf öffentliche Gesundheitsversorgung und Bildung zurücklassen.«

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.