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Treffen der Lügner in Teheran - Auch deutsche Nazis bei "Holocaust-Konferenz" | Drucken |  E-Mail
Iran
Dienstag, den 12. Dezember 2006 um 19:04 Uhr
Nazi-Treffen in teheranDie sogenannte "Internationale Holocaust-Konferenz" in der iranischen Hauptstadt Teheran scheint alle Befürchtungen zu bestätigen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA und die "Stimme der Islamischen Republik Iran", der internationale Rundfunksender aus Teheran, verbreiten groß aufgemachte Nachrichten über die als "wissenschaftlich" deklarierte Konferenz, deren Referate Titel tragen wie "Holocaust, eine moderne Sichtweise", "Holocaust - Statistiken und Realitäten" oder auch "Nazismus, Holocaust und die Zionisten". Nach iranischen Angaben nehmen 67 "Intellektuelle und Forscher" aus 30 Ländern an der Veranstaltung teil, die auf eine Ankündigung des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zurückgeht.

Schnell wird schon aus den von den iranischen Medien verbreiteten Berichten deutlich, dass es sich eben nicht, wie vom Regime beteuert, um eine wissenschaftliche Konferenz handelt, sondern um eine Propagandashow für Holocaust-Leugner und andere Nazis. Wer der Leugnung der Shoa entgegentritt, wird von den iranischen Medien übrigens als "Holocaust-Befürworter" diffamiert.

Einer der bekannteren Namen bei der Konferenz gehört dem mehrfach einschlägig vorbestraften französischen Holocaust-Leugner Robert Faurisson, der versuchte, sich als vom französischen Staat verfolgte Unschuld darzustellen. Der iranische Rundfunk zitiert Faurisson mit den Worten, seit 32 Jahren legten "die trügerischen Holocaust-Befürworter lediglich verdrehte und falsche Dokumente vor". "Holocaust-Befürworter" seien "Verbündete der Zionisten", so Faurisson. Die englischsprachige Ausgabe der Agentur IRNA zitiert Faurisson noch eindeutiger. Die Gaskammern hätten niemals existiert, die Palästinenser seien deshalb Opfer einer "falschen Geschichte" geworden: "Wenn ihr Beweise für den Holocaust habt, dann zeigt sie uns bitte. Bringt uns zu den Gaskammern, von denen ihr sagt, dass sie die Nazis benutzt haben, um die Juden umzubringen". Der Holocaust sei eine "schlichte Lüge", so Faurisson.

Der iranische Außenminister Mautschehr Mottaki verstieg sich zu der Behauptung, Anti-Judaismus sei "ein westliches Phänomen, das ausschließlich in den westlichen Ländern praktiziert wird". Der Generalsekretär des "Internationalen Kongresses zur Unterstützung der Palästinensischen Intifada", Ali-Akbar Mohtashamipour, hob die Bedeutung von Holocaust-Forschung, wie er sie versteht, hervor, denn "Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass der Holocaust nicht mehr als ein Mythos ist".

Aus Deutschland nehmen offenbar sechs Nazis an der Konferenz teil. Medienberichten zufolge haben die deutschen Behörde dem früheren NPD-Bundesvorsitzenden Günther Deckert und dem berüchtigten Horst Mahler die Reise nach Teheran verweigert. Dabei ist einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge jedoch Benedikt Frings, der jedoch keine aktive Rolle auf der Konferenz übernehmen wolle. "Ich bin Arzt und will es bleiben", zitiert ihn das Münchener Blatt.
Noch vor wenigen Monaten war der Geschäftsführer und stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Köln weniger zurückhaltend. In einer "Gastkolumne" Frings' im NPD-Blatt "Deutsche Stimme" schrieb er: "Die Holocaust-Anti-Religion und die Kriegsschuldthese hat das deutsche Volk neurotisiert und absichtsvoll wehrlos gemacht." Auf eine Anfrage des Kölner Stadt-Anzeigers bestritt Frings diese Aussage nicht, man müsse den Satz aber "im Zusammenhang sehen". Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) erstattete daraufhin Anzeige wegen Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust.

Quellen: IRNA, IRIB, Süddeutsche Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger - Zusammenfassung: RedGlobe
 

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