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Zehntausende bei Rosa und Karl | Drucken |  E-Mail
Berlin
Sonntag, den 14. Januar 2007 um 20:58 Uhr
Video von der LL-Demo 2007: Hier klicken!
Zehntausende von Menschen haben auch in diesem Jahr den vor 88 Jahren ermordeten MitbegründerInnen der Kommunistischen Partei Deutschlands, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, gedacht. Während seit den Morgenstunden viele Zehntausend direkt zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde zogen, bewegte sich ab 10 Uhr ein langer Demonstrationszug unter roten Fahnen vom Frankfurter Tor zum großen Gedenkstein "Die Toten mahnen". Das Leittransparent "Lenin - Liebknecht - Luxemburg - Niemand ist vergessen! Aufstehen und widersetzen!" wurde von bekannten Persönlichkeiten der linken Bewegung dieses Landes getragen, darunter die Linkspartei-Europaabgeordneten Sahra Wagenknecht und Tobias Pflüger.


Dahinter folgte eine Reihe mit den Fahnen der an der Demonstration beteiligten Parteien und Organisationen: Linkspartei.PDS, DKP, SDAJ, MLPD, KPD und andere. Dann folgte ein langer Demonstrationszug mit verschiedenen Blöcken wie dem von SDAJ und ['solid] gebildeten Jugendblock, einem internationalistischen und einem Antifa-Block. Auffällig war die große Präsenz der DKP, deren Block mit unzähligen roten Fahnen und Transparenten mehrere Tausend Menschen zählte.

Internationale TeilnehmerInnen aus der Türkei und Kurdistan, aus Venezuela, aus Euskadi, aus der Tschechischen Republik, aus Österreich und vielen anderen Ländern machten mit den Fahnen ihrer Länder und ihrer Organisationen auf sich und ihre Forderungen aufmerksam. Immer wieder erschollen Hochrufe auf Fidel Castro, Hugo Chávez und Evo Morales, die für viele DemonstrationsteilnehmerInnen die Hoffnung auf einen neuen sozialistischen Aufbruch symbolisieren.

Die Polizei hielt den Demonstrationszug zeitweilig auf, als auf Höhe der Demonstrationsspitze mehrere Sprengkörper - vermutlich Böller - explodierten. Nachdem die Polizei die Stelle mit ihren Wannen gesichert hatte, wurde die Demonstration über den Fußgängerweg daran vorbeigeleitet. Dabei kam es auch zu Rangeleien zwischen der Polizei, der es nicht gelang, den Grund für die Absperrung zu vermitteln, und DemonstrantInnen, die aufgrund der Erfahrungen früherer Jahre von einer Provokation ausgingen (Info der Polizei zu diesem Zwischenfall: Hier klicken).

An der Gedenkstätte der Sozialisten hatten zahlreiche linke Organisationen wieder ihre Informationsstände aufgebaut, wurde Glühwein und Bratwurst (sowie vegetarische Kartoffelsuppe) verkauft. Hier ergab sich auch ausführliche Gelegenheit zu Diskussionen und Stretgesprächen, aber auch zum Wiedersehen mit Menschen aus allen Teilen des Bundesgebietes, die mit Bussen und Zügen in die Hauptstadt gekommen waren.

Schon traditionell fanden am Vortag zahlreiche Veranstaltungen linker Organisationen und Bündnisse statt. Größte Veranstaltung war dabei die Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung junge Welt in der Mensa der Technischen Universität. Am gleichen Ort lud die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) am Abend zu ihrer Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Veranstaltung ein. SDAJ, ['solid] und andere Jugendverbände rockten zu heissen Rythmen gegen das bevorstehende G8-Gipfeltreffen. Die VVN-Jugend hatte zu einer Antifaschistischen Jugendkonferenz aufgerufen.

 
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