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Egon Krenz dementiert "Neues Deutschland" | Drucken |  E-Mail
Berlin
Dienstag, den 16. Januar 2007 um 18:20 Uhr
Der frühere SED-Generalsekretär Egon Krenz hat einem Bericht der Tageszeitung "Neues Deutschland" widersprochen, wonach er sich am Rande der Luxemburg-Liebknecht-Ehrung am vergangenen Sonntag für den mit Unterstützung der Linkspartei.PDS errichteten Gedenkstation "Für die Opfer des Stalinismus" in der Gedenkstätte der Sozialisten ausgesprochen habe. Das inoffizielle PDS-Zentralorgan hatte Krenz mit den Worten zitiert "Bei allen Bedenken, an wen hier tatsächlich erinnert werde - die Opfer des Stalinismus müssen geehrt werden".

In einem Leserbrief, den die Zeitung heute veröffentlicht, schreibt Krenz: "Ich bin betroffen, wie meine Antwort auf die Frage eures Mitarbeiters interpretiert wird. Gesagt habe ich: Mich bewegt, dass der Stein spaltet. Sowohl die Lebenden und leider nachträglich auch noch die Toten. Dazu ein beispiel: Der Mörder von Rosa Luxemburg wurde 1945 von sowjetischen Sicherheitskräften inhaftiert. Ein Opfer des Stalinismus? Wohl kaum. Der Begriff Stalinismus ist besetzt. Auch von Leuten, die Sozialismus und Faschismus auf eine Stufe stellen. Mit denen habe ich nichts gemein. Andererseits müssen Genossen, die stalinschen Repressalien zum Opfer fielen, geehrt werden. Dazu gibt es andere Möglichkeiten. Mein Freund Werner Eberlein, der wenige Meter von hier seine letzte Ruhestätte hat, war in sibirischer Verbannung. Sein Vater ist in der Sowjetunion ums Leben gekommen. Werner würde sich im Grabe umdrehen, wenn seiner und seines Vaters unter einem antikommunistischen Begriff zusammen mit Leuten gedacht werden würde, die zeitlebens ihre politischen Feinde waren."

Quelle: Neues Deutschland / RedGlobe
 

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