| US-Rundfunk boykottiert Abrechnung mit Bush | | Drucken | |
| USA |
| Donnerstag, den 26. April 2007 um 14:58 Uhr |
|
Das US-amerikanische Pop-Video, das Venezuelas vielleicht streitbarster Fernsehmoderator Mario Silva begeistert in seiner Sendung "La Hojilla" präsentiert, hat es in sich. Es beginnt wie eine zärtliche Ballade, wie eine Liebeserklärung für den US-Präsidenten: "Dear Mr. President", "lieber Herr Präsident", säuselt Sängerin Pink ins Mikrofon. Es bleibt die einzige freundliche Zeile, die sie für George W. Bush übrig hat. Auf der Videowand im Hintergrund laufen Bilder aus dem Irak-Krieg, Fotos weinender Kinder und heimkehrender Zinksärge. "Wie schlafen Sie denn, während wir alle weinen?“ fragt sie den US-Präsidenten, „wie träumen Sie, wenn eine Mutter keine Chance hat, Auf Wiedersehen zu sagen?“
"Was für ein Vater würde seine Tochter hassen, wenn sie lesbisch wäre?“ greift sie die religiös bestimmten Kampagnen der neokonservativen Republikaner gegen Minderheiten an, nicht ohne Bush an seine eigene Vergangenheit zu erinnern: "Sie sind einen weiten Weg gegangen von Whiskey und Kokain“. Er habe von schwerer Arbeit keine Ahnung, sagt sie, um dem Staatschef dann auch gleich mitzuteilen, was für sie harte Arbeit bedeutet: "Mindestlohn während der Schwangerschaft", "ein zerbombtes Haus wieder aufzubauen", "sein Bett aus einem Pappkarton bauen zu müssen". Schon im Februar 2007 eroberte "Dear Mr. President" in Belgien, wo der Song nur als Download zum Kauf angeboten worden war, prompt die Spitze der Single-Charts - und schrieb damit gleichzeitig Chart-Geschichte: Zum ersten Mal war einem "Download only"-Song der Sprung auf Platz eins der Hitparade des Benelux-Staates gelungen. Offizieller Deutschland-Start der Single ist am morgigen 27. April (SonyBMG). In den USA muß Pink mit einem ausgewachsenen Boykott ihres Songs kämpfen. In der ABC-Talkshow "Jimmy Kimmel Live" bedankte sie sich beim Moderator: "Du bist die einzige Show, die keine Angst hat, mich Dear Mr. President singen zu lassen. Ich darf noch nicht mal darüber im Radio sprechen", kritisierte sie. Besonders Medien aus der Schwulenszene haben die Boykott des Pink-Songs ebenfalls bemerkt und mit scharfer Kritik reagiert. Das britische Onlinemagazin "Pinknews" erinnerte an den Boykott der "Dixie Chicks", nachdem diese den Irak-Krieg kritisiert hatten. Microsoft Network bietet das Video nur nach Einblendung eines Warnhinweises "Explicit lyrics" an. Glücklicherweise haben die Menschen in den USA und überall auf der Welt dank neuer Medien trotzdem Zugriff auf den Song. Bei youtube.com jedenfalls wurden die offiziellen und inoffiziellen Videos mit dem Song bereits mehrere Millionen Mal angesehen. Wir haben den Song übrigens auch auf unsere Seite gestellt, zusammen mit dem englischen Text und einer deutschsprachigen Übersetzung: Hier klicken Quellen: youtube.com, Energy, The Post Cronicle, pinknews.co.uk / RedGlobe |
