| Ansprache des kubanischen Botschafters Gerardo Peñalver bei der Enthüllung der Che Guevara-Büste | | Drucken | |
| Berlin |
| Mittwoch, den 04. Juni 2008 um 10:51 Uhr |
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Verehrter Herr Christian Paschold, liebe Freundinnen und Freunde, wir danken Euch für Eure Teilnahme an dieser schlichten und dennoch zutiefst bedeutsamen Feier zur Ehrung des unvergesslichen Ernesto Che Guevara, der am kommenden 14. Juni achtzig Jahre alt geworden wäre. Che war und ist noch immer ein Paradigma für Menschen in allen Teilen der Welt, die für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen; eine Gesellschaft, in der Solidarität und Redlichkeit an erster Stelle stehen, in der keine Armut für viele und Reichtum für einige wenige herschen, und in der der Mensch ein erfülltes Leben in Würde leben kann. Che wurde in der argentinischen Stadt Rosario geboren. Auf einer unvergesslichen Motorrad-Reise durch Südamerika an der Seite seines Freundes Alberto Granados lernte er als junger Medizinstudent Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Ausbeutung kennen, und er beschloss, sein Leben der Sache der Besitzlosen zu widmen. Im Juli 1955 lernte er in Mexiko Fidel Castro kennen, den führenden Kopf der Revolutionären Bewegung 26. Juli. Damals begann seine militärische Ausbildung mit den kubanischen Revolutionären, die sich zum Ziel gesetzt hatten, auf die Insel zurückzukehren, eine Guerilla aufzubauen, die Regierung Fulgencia Batistas zu stürzen und die Revolution zu machen. Am 25. November 1956 stachen Fidel Castro und 81 Mitglieder der Bewegung 26. Juli, darunter auch Che, vom mexikanischen Tuxpán aus an Bord der Jacht "Granma" in See, um den revolutionären Krieg in der Sierra Maestra im Osten Kubas zu beginnen. Am 2. Dezember 1956 landeten sie gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern der Expedition in der Nähe von Playa Las Coloradas im kubanischen Osten. An einem Ort namens Alegría del Pío wurden sie von den Batistatruppen überrascht. Auch Che war dabei und wurde bei der ersten Feuertaufe der Gruppe von Revolutionären verwundet. An der ersten siegreichen Aktion der Rebellenarmee war er ebenso beteiligt und gründete in der Sierra Maestra die Zeitung "El Cubano Libre". Zu dieser Zeit wurde auch die erste Radiosendung des auf seine Initiative hin gegründeten Senders Radio Rebelde ausgestrahlt. Comandante Fidel Castro beauftragte Che und Camilo Cienfuegos, den Kampf auf das Zentrum und den Westen der Insel auszuweiten. Er ernannte Comandante Guevara zum Befehlshaber sämtlicher Einheiten der Bewegung 26. Juli, die sowohl in den ländlichen Gebieten als auch in den Städten der Provinz Las Villas operierten, und ermächtigte ihn, über die Kriegsausgaben zu verfügen, die Gesetze der Rebellenarmee anzuwenden, die militärischen Operationen zu koordinieren, die Kampftruppen zu organisieren und alle revolutionären Organisationen, die in der Region unter seinem Befehl operierten, in einer einzigen Armee-Einheit zusammenzuführen. Als strategisches Ziel definierte Fidel, den Feind in der Zentralregion ohne Unterlass zu bekämpfen und sämtliche feindlichen Truppenbewegungen am Boden von West bis Ost bis hin zur völligen Lähmung zu unterbinden. Che führte die achte Kolonne "Ciro Redondo" an, die das Heer von Batista in der Stadt Santa Clara besiegen konnte, und so wurde das Licht des Triumphes weiter nach Westen getragen, bis schließlich die Revolution am 1. Januar 1959 siegte. Ab 1959 bekleidete Che verschiedene Ämter, darunter auch das des Präsidenten der kubanischen Nationalbank und des Industrieministers. Während der Oktoberkrise wurde er zum Befehlshaber der Westarmee ernannt und leitete die Operationen in der Provinz Pinar del Río. Er vertrat Kuba auf etlichen internationalen Kongressen und leitete Delegationen der jungen revolutionären Regierung auf der UNO-Vollversammlung, bei mehreren internationalen Konferenzen und Veranstaltungen sowie bei Besuchen in Ländern Europas, Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Im April 1956 reiste er in den Kongo, um dort den Befreiungskampf zu unterstützen. Später ging er nach Tansania, wo er sich bis Ende Februar 1965 aufhielt. Im Juli 1966 kehrte er heimlich nach Kuba zurück, um dort die militärische Ausbildung in Begleitung der Gruppe von Kubanern zu beginnen, die nach Bolivien gehen sollten. Am 3. November 1966 gelangte er in das Gebiet von Ñancahuazú. Im März 1966 kam es zu den ersten Gefechten zwischen der Guerilla und der bolivianischen Armee. Am 8. Oktober 1967 wurde Che in der Schlucht Quebrada del Yuro von den bolivianischen Armeetruppen gefangen genommen. Am 9. Oktober 1967 wurde er in La Higuera ermordet. Als Fidel Castro das kubanische Volk über Ches Tod informierte, sagte er: "Wenn wir zum Ausdruck bringen wollen, wie unsere revolutionären Kämpfer, unsere Aktivisten, unsere Männer sein sollen, dann müssen wir ohne jegliches Zaudern sagen: Sie sollen sein wie Che. Wenn wir zum Ausdruck bringen wollen, wie die Menschen der künftigen Generationen nach unserem Wunsch sein sollen, dann sollen sie sein wie Che. Wenn wir sagen wollen, welche Erziehung wir uns für unsere Kinder wünschen, dann sollen sie im Geiste des Che erzogen werden. Wenn wir das Vorbild eines Menschen wollen, eines Menschen, der nicht in diese Zeit gehört, sondern den Menschen der Zukunft, dann sage ich aus vollem Herzen, dass dieses Vorbild ohne jeglichen Makel in seinem Verhalten, in seiner Haltung, ohne einen einzigen Makel in seiner Tätigkeit das Vorbild Ches ist. Wenn wir wissen wollen, wie unsere Kinder unserem Wunsch nach sein sollen, dann müssen wir aus vollem Herzen sagen: Sie sollen sein wie CHE ...". Lateinamerika ist heute im Begriff, das unterdrückerische Joch des Neoliberalismus abzuschütteln, und es versucht, die Träume von Bolívar, Martí, Che und Fidel von Einheit, Integration und Gerechtigkeit wahr werden zu lassen. Ernesto Che Guevara wird in unserer Erinnerung lebendig bleiben, und er wird Beispiel sein für alle Menschen und Völker, die für eine bessere Welt auf der Grundlage der Solidarität, der sozialen Gerechtigkeit und der Achtung vor der uneingeschränkten Würde des Menschen kämpfen. Vielen Dank. Neuere Artikel:
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