| Früherer sandinistischer Außenminister übernimmt Vorsitz der UNO-Vollversammlung | | Drucken | |
| Nicaragua |
| Donnerstag, den 05. Juni 2008 um 10:27 Uhr |
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Auf einen gemeinsamen Vorschlag der Staaten Lateinamerikas und der Karibik hin hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen gestern unter dem Beifall der Vertreter der 192 Mitgliedsstaaten den früheren Außenminister Nicaraguas, Miguel D'Escoto Brockmann, zum Präsidenten der 63. Sitzungsperiode der UNO-Generalversammlung gewählt. Der katholische Priester war nach der Sandinistischen Revolution in Nicaragua von 1979 bis 1990 Außenminister seines Landes gewesen. Sein neues Amt soll er am 16. September antreten und dabei die Arbeit der Generalversammlung in den kommenden zwölf Monaten leiten.
In seinem Dank für das Vertrauen rief D'Escoto dazu auf, die Einheit der Staaten zu bewahren, um die UNO entsprechend der Herausforderungen des dritten Jahrtausends voranzubringen. "Die UNO kann noch viel zu dieser Welt beitragen, aber um dies effizient tun zu können, müssen es eben weiterhin vereinte Nationen sein, keine zerstreuiten Nationen und noch viel weniger unterdrückte Nationen", so der Nicaraguaner. Die auf der souveränen Gleichheit aller Mitglieder basierende Einheit der UNO sei heute die wichtigste Herausforderung für die Organisation, sagte der 75-jährige Diplomat, der derzeit auch Berater des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega für Fragen der Außenpolitik ist. Wichtig sei heute die Einheit, um das Leben auf der Welt für die heutigen und künftigen Generationen vor "den Verbrechen des Krieges und der Aggressionen, wie sie heute gegen Irak und Afghanistan betrieben werden" zu bewahren. D'Escoto übernimmt das Amt von dem Mazedonier Srgjan Kerim, der den Nicaraguaner zu seiner Wahl beglückwünschte. "Ich bin mir sicher, dass seine Erfahrung eine große Hilfe für die Arbeit der Versammlung zur Lösung der großen Herausforderungen ist, denen sich die Welt heute gegenüber sieht", so Kerim. |
