| Bis zu 66 Prozent für Evo Morales - Rechte Gouverneure provozieren | | Drucken | |
| Bolivien | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Montag, den 11. August 2008 um 12:53 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Präsident Evo Morales dankte am Regierungssitz in La Paz den Wählerinnen und Wählern für die Unterstützung und erklärte, er fühle sich nun noch mehr dem seit 2006 voran getriebenen Veränderungsprozess verpflichtet. "Bolivia hat einen historischen Tag erlebt, die Demokratie ist vertieft worden. Wir begrüßen die demokratische und friedliche Entscheidung, diesen Veränderungsprozess zu festigen. Wir stehen hier voller Respekt, um die Rückgewinnung der Naturressourcen weiter voran zu treiben, mit den Verstaatlichungen fortzufahren." Zugleich kündigte er an, die Legitimität der in ihren Ämtern bestätigten Präfekten zu respektieren und rief dazu auf, im Interesse aller Bolivianerinnen und Bolivianer zusammenzuarbeiten. Die rechten Gouverneure wollen davon jedoch offenbar nichts wissen. Der Präfekt von Santa Cruz, Rubén Costas, kündigte vor Hunderten von Anhängern an, die "illegale und rassistische" neue Verfassung nicht anerkennen zu wollen. Statt dessen will er sein separatistisches Projekt eines "autonomen" Santa Cruz vorantreiben und kündigte Wahlen zu einer eigenen Gesetzgebenden Versammlung sowie die Schaffung einer eigenen Polizei und einer eigenen Steuerbehörde an. Seiner Ansicht nach sei der "Staatsterrorismus" in den autonomistischen Provinzen abgewählt und die seit dem 4. Mai ausgeübte "Autonomie" bestätigt worden. Der in Cochabamba abgewählte Präfekt Manfred Reyes Villa will hingegen seine Niederlage nicht anerkennen und behauptet, er sei "rechtmäßig" weiter Gouverneur seiner Provinz. Das Referendum sei illegal gewesen, so Reyes. Der Gouverneur hatte die Abstimmung boykottiert, zugleich jedoch die Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Neuere Artikel:
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Schätzungen der unabhängigen Wahlbeobachter-Initiative "Bolivia Transparente" zufolge, die mit 3041 Freiwilligen in den Wahllokalen des Landes anwesend war, hat Boliviens Präsident Evo Morales bei der gestrigen Volksabstimmung über seinen Verbleib im Amt die Unterstützung von 66 Prozent der Wählerinnen und Wähler erhalten, 34 Prozent stimmten gegen ihn. Auch mindestens fünf Gouverneure wurden in ihrem Amt bestätigt. Abgewählt wurden demnach die Präfekten von Cochabamba, Manfred Reyes Villa, und La Paz, José Luis Paredes. Zittern muss noch der Präfekt von Oruro, Alberto Aguilar, der "Bolivia Transparente" zufolge mit 51 Prozent Nein-Stimmen ganz knapp abgewählt wurde.