| Das Evangelium nach Fidel Castro | | Drucken | |
| Kuba |
| Mittwoch, den 22. Oktober 2008 um 23:15 Uhr |
|
"Dieses Buch liest sich wie die Bibel", kommentierte Moritz Kienast vom Rotbuch-Verlag das neueste Produkt aus seinem Haus, den 800-Seiten-Wälzer "Mein Leben", das Interview des langjährigen Chefs von Le Monde diplomatique, Ignacio Ramonet, mit dem kubanischen Comandante Fidel Castro. Zwar meinte Kienast mit seiner Bemerkung die Tatsache, dass wohl kaum jemand die 800 Seiten in einem Rutsch durchlesen wird, sondern sich jeweils die interessierenden Stellen heraussuche. Zugleich wies er heute bei einer Pressekonferenz in der Residenz des kubanischen Botschafters in Deutschland, Gerardo Peñalver, darauf hin, dass sich Fidel während des Interviews auch als außerordentlich bibelfest erwiesen habe.
Ob Bibel oder einfach das spannendste politische Buch des Jahres: "Mein Leben" - eine etwas langweilige Übersetzung von Originaltiteln wie "100 Stunden mit Fidel" oder "Biographie mit zwei Stimmen" - entwickelt sich zu einem internationalen Bestseller. Der Verlag muss schon einen Monat nach Veröffentlichung des Buches in deutscher Sprache die zweite Auflage drucken - noch einmal 10.000 Exemplare. Bereits vor einem halben Jahr, als die US-amerikanischen und britischen Ausgaben gerade erst auf den Markt kamen, hatte die weltweite Auflage des Buches die halbe Million geknackt, mittlerweile dürften weit mehr Exemplare verkauft worden sein. Verleger Dr. Matthias Oehme freute sich denn auch, dass in Deutschland sein kleiner Rotbuch-Verlag die Rechte an Fidels Werk bekommen hat und nicht, wie in anderen Ländern, Giganten wie Random House. Mit der aus der Cuba-Solidaritätsbewegung bekannten Barbara Köhler konnte er auch eine Übersetzerin gewinnen, die in wenigen Monaten eine hochwertige Übersetzung des Schmökers abgeliefert hat. Für Botschafter Peñalver ist neben der Vielfalt von Informationen über die privaten Ansichten Fidels und Details aus seiner Jugend vor allem die Episode faszinierend, in der Fidel über den Putsch in Venezuela vom April 2002 berichtet. Venezuelas Präsident Hugo Chávez sei damals bereit gewesen, sein Leben zu opfern. Fidel konnte ihn jedoch telefonisch davon überzeugen, Zeit zu gewinnen, damit das venezolanische Volk reagieren könne. Wäre diese Kommunikation zwischen Havanna und Caracas damals nicht zustande gekommen, hätten die Ereignisse auch einen tragischen Ausgang nehmen können, kommentierte der kubanische Diplomat. Fidel Castro - Mein Leben im RedGlobe Buchshop: Hier klicken Verwandte Artikel: |




