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Kein Gegner für Rafael Correa | Drucken |  E-Mail
Ecuador
Mittwoch, den 28. Januar 2009 um 01:55 Uhr
In Ecuador wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Opposition sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen kann, der bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl am 26. April dem amtierenden Staatschef Rafael Correa paroli bieten kann. Die Neuwahlen in dem südamerikanischen Land sind eine Folge der im vergangenen September verabschiedeten neuen Verfassung, durch die alle Staatsämter neu vergeben werden.

Die Sozialchristliche Partei (PSC) beschloß gestern, keinen eigenen Kandidaten für das höchste Staatsamt zu nominieren, berichtet die kubanische Agentur Prensa Latina. Damit lehnte die Parteiführung eine Kandidatur ihres Abgeordneten Luis Fernando Torres an, der gerne angetreten wäre. Wie Parteisprecher erklärten, fühlt sich die PSC nicht stark genug, um innerhalb von zwei Monaten mehrere Wahlen zu bestreiten. Man wolle sich deshalb auf die Kommunal- und Parlamentswahlen konzentrieren.

Die PSC wird deshalb vermutlich den Bankunternehmer Guillermo Lasso unterstützen, der seit Wochen um Unterstützung für eine Kandidatur wirbt. Eine Abfuhr holte sich Lasso jedoch bei der Patriotischen Gesellschaft (PSP) des von 2003 bis 2005 amtierenden Präsidenten Lucio Gutiérrez. Dieser nach seinem Verrat an den ihn ursprünglich unterstützenden linken Bewegungen am 20. April 2005 gestürzte Politiker kündigte angesichts des Fehlens eines aussichtsreichen Oppositionsbündnisses an, selbst an der Spitze seiner Partei in den Wahlkampf zu ziehen.

Auch weitere Parteien und Allianzen haben keine Kandidaten, die eine ernsthafte Herausforderung für den populären Staatschef darstellen können. Auch die Chancen des Multimillionärs Álvaro Noboa, der bei der Stichwahl im November 2006 gegen Rafael Correa unterlegen war, sind geringer als bei früheren Abstimmungen.

Wie die kubanische Agentur anmerkt, spiegelt diese Krise der Opposition den Erfolg der »Bürgerrevolution« Correas und seinem Bündnis »Alianza País« wieder. Umfragen zufolge kann Correa bei den Wahlen mit einer Zustimmung von 70 bis 85 Prozent rechnen.

Letzter Termin für die Einreichung von Präsidentschaftskandidaturen ist der 5. Februar. Den Rechten läuft also die Zeit davon.
 

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