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60 Jahre Grundgesetz: Frauenpartei feiert nicht | Drucken |  E-Mail
Frauen
Samstag, den 23. Mai 2009 um 16:43 Uhr
Zu den Feierlichkeiten aus Anlaß des 60. Jahrestages der Verabschiedung des Grundgesetz erklärt die Feministische Partei »Die Frauen«: Leider können wir Feministinnen in die Jubelfeiern für das Grundgesetz und die „Demokratisierung“ der Bundesrepublik nicht einstimmen. Wir stellen fest, dass das Grundgesetz sowie auch die Verfassungen der Länder ohne egalitäre Beteiligung der weiblichen Bevölkerung, also der Mehrheit, zustande gekommen sind. Schon aus diesem Grunde sind sie illegitim und illegal. Ganz abgesehen davon, ist ein Land, in dem in Parlamenten, Regierungen und allen anderen Ebenen der Macht der Männeranteil zwei Drittel und mehr beträgt, Frauen also nicht annähernd ihrem Bevölkerungsanteil gemäß vertreten sind, nicht demokratisch zu nennen.



Wir lassen uns nicht abspeisen mit den „Fortschritten“ die für Frauen in den letzten 60 Jahren erzielt worden sind. Bei allen handelt es sich um legitime Rechte für Frauen, die ihnen jahrzehntelang und immer noch vorenthalten werden. Wir erinnern an die nicht eingelöste Forderung des „Gleichen Lohns für gleiche Arbeit“ oder des Rechts auf Selbstbestimmung bei einem Schwangerschaftsabbruch. Letzteres wurde erst kürzlich und von der Öffentlichkeit fast unbemerkt unter dem Deckmantel „Spätabbrüche“ wieder weiter eingeschränkt!

Wir erinnern an die verschiedenen Armutsberichte, die verschweigen und verschleiern, dass der größte Teil der Armen weiblich ist. Wir erinnern an die allgegenwärtige sexualisierte Gewalt gegen Frauen, insbesondere die Prostitution und Pornografie, und ihre geradezu hemmungslose Verbreitung in den Medien. Wir erinnern daran, dass Männer jährlich etwa 800 Frauen ermorden – das sind 48000 in 60 Jahren, ohne dass sich angesichts dieser Tatsache ein Aufschrei erheben würde. Der Tatbestand „Frauenhass“ wird ignoriert, letztes Beispiel dafür ist der Amoklauf von Winnenden, bei dem gezielt Frauen und Mädchen erschossen wurden.

Wir stellen fest, dass die Menschen- und Grundrechte von Frauen kontinuierlich verletzt werden und prangern die Rechtlosigkeit und politische Machtlosigkeit von Frauen durch die Privilegierung und Bevorzugung von Männern an.

 

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