| Keine Fortschritte in San José |
| Honduras |
| Freitag, den 10. Juli 2009 um 10:53 Uhr |
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Die Gespräche des Präsidenten von Costa Rica, Óscar Arias, mit dem rechtmäßigen Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, und dem von den Putschisten eingesetzten "Staatschef" Roberto Micheletti sind gestern offenbar ohne konkrete Ergebnisse geblieben. "Es ist schwierig, von einer erfolgreichen Verhandlung zu sprechen, wenn Zelaya nicht wieder in sein Amt eingeführt wird", räumte auch Arias ein, der sich eine Stunde lang mit Zelaya und anschließend drei Stunden lang mit Micheletti unterhalten hatte. Der Putschistenführer kehrte unmittelbar danach nach Honduras zurück und liess eine Verhandlungsgruppe in San José zurück.
Vor seiner Abreise aus der costaricanischen Hauptstadt stellte sich Micheletti zwar kurz der Presse, liess aber wenig mehr verlauten, als dass die Wahlen am 29. November wie geplant durchgeführt werden sollen. Damit meinte der Putschist natürlich nur die ohnehin angesetzten Wahlen des Präsidenten, der Parlamentsabgeordneten und der Bürgermeister, nicht jedoch die "vierte Urne", bei der über die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung entschieden werden soll. Arias und OAS-Generalsekretär Insulza erklärten, vorgezogene Präsidentschaftswahlen könnten durchaus eine Option sein. Allerdings würden solche Wahlen nur anerkannt werden, wenn sie unter einem Präsidenten Manuel Zelaya durchgeführt würden. Eine Abstimmung unter Kontrolle der Putschisten werde international nicht anerkannt. Entsprechend der Forderungen der Widerstandsbewegung traf sich Zelaya gestern auch mit einer Delegation, die direkt aus Honduras eingetroffen war, um die Anliegen seiner Unterstützer im Land selbst aus erster Hand zu erfahren. Die Vertreter der Nationalen Front gegen den Staatsstreich wurden von Zelaya zu Beratern ernannt und eingeladen, im selben Hotel zu übernachten. Zu den zentralen Forderungen der Widerstandsbewegung gehört die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung und die Bestrafung der Putschisten. Zu der von Zelaya benannten Verhandlungskommission gehören seine Außenministerin Patricia Rodas, die Parlamentsabgeordenete der Linkspartei UD, Silvia Ayala, der Indígena-Vertreter Salvador Zúñiga und der frühere Außenminister Milton Jiménez. Putschist Micheletti seinerseits benannte Ex-Außenminister Carlos López, die Ex-Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Vilma Morales sowie Arturo Corrales und Mauricio Villeda als seine Vertreter. Familienangehörige des am vergangenen Sonntag am Flughafen von Tegucigalpa durch die Putschisten ermordeten 19 Jahre jungen Isis Obed Murillo versammelten sich gestern am Ort des Geschehens zu einem stillen Gedenken. Gegenüber TeleSur informierte die Schwester des ermordeten Jungen, dass ihr Vater gestern morgen von den Putschisten verhaftet worden sei. Offenbar wollen die Putschisten verhindern, dass er weiter gegenüber den Medien die Hintergründe des Mordes an seinem Sohn erläutert. Der Vater hatte mehrfach erklärt, Scharfschützen hätten seinen Sohn von den Dächern der Flughafengebäude aus gezielt ermordet. Sein Sohn habe für die Wiederherstellung der Demokratie demonstriert und sei kein Gewalttäter oder Verbrecher, als den ihn die Diktatur hinstellen wollte. Neuere Artikel:
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