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Kehrt Zelaya morgen zurück? | Drucken |  E-Mail
Honduras
Dienstag, den 21. Juli 2009 um 23:55 Uhr
In einem Gespräch mit der chilenischen Tageszeitung »La Nación« hat der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, angekündigt, dass er seine Rückkehr in das zentralamerikanische Land an diesem Mittwoch beginnen werde und »nur Gott« könne seine Rückkehr verhindern. »Ich beginne bereits meine Rückkehr nach Honduras. Das werde ich ab Mittwoch über irgendeinen der Grenzpunkte zwischen Honduras und Guatemala, El Salvador oder Nicaragua tun«, kündigte Zelaya an, der keine Angaben machte, ob seine Einreise auf dem Landweg, per Flugzeug oder von der See her erfolgen werde.

Zelaya rief die sozialen Bewegungen auf, den Kampf für eine Rückkehr zu verfassungsmäßigen Verhältnissen in Honduras fortzusetzen: »Das ganze Land ist bereits in Bewegung«.

In einem weiteren Interview, das gestern in Nicaragua aufgezeichnet und heute von Radio Progreso in Honduras verbreitet wurde, erklärte Zelaya, er warte nur noch die von dem als Vermittler auftretenden costaricanischen Präsidenten Oscar Arias am Sonntag erbetenen 72 Stunden ab und rief die Bevölkerung auf, zu den Grenzen des Landes zu demonstrieren und die Orientierungen der Widerstandsbewegung zu beachten.

In der restlichen Zeit seines am 27. Januar 2010 auslaufenden Mandats werde er seine Programme im Interesse der Armen und für eine partizipative Demokratie fortsetzen, aber nicht eine Minute länger im Amt bleiben. Die honduranischen Militärs rief er auf, das gegen die Putschisten demonstrierende Volk nicht zu unterdrücken. Er habe aus den Reihen der honduranischen Streitkräfte Informationen erhalten, dass die Oligarchie ihn ermorden wolle, und dankte sogar den Militärs, die ihn am 28. Juni außer Landes geschafft haben, weil sie sich Befehlen zu seiner Ermordung widersetzt hätten. Er habe jedoch keine Angst zu sterben, betonte Zelaya, denn er täte dies für die Prinzipien einer gerechten Sache.

Unterdessen hat das Putschisten-Regime das verbliebene Personal der venezolanischen Botschaft in Tegucigalpa mit einer Frist von 72 Stunden ausgewiesen. Der Geschäftsträger der venezolanischen Botschaft, Ariel Vargas, bestätigte, dass sie heute eine Mitteilung des »Außenministeriums« der Putschisten erhalten haben, in der die Ausreise des gesamten diplomatischen, technischen, Verwaltungs- und Dienstleistungspersonals gefordert wird. Das sei keine Überraschung, denn ein solcher Schritt werde seit dem vergangenen Sonnabend angekündigt.

Zugleich forderten die Putschisten alle honduranischen Diplomaten in Caracas zur Rückkehr auf. Der Botschafter von Honduras in Venezuela war in den vergangenen Wochen jedoch dem gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya treu geblieben und hatte sich gegen die Putschisten gestellt.

In Tegucigalpa haben heute erneut Tausende gegen die Putschisten demonstriert. Schauplatz der Proteste war diesmal das Mittelschichtsviertel John F. Kennedy. Am Donnerstag beginnt ein von den drei größten Gewerkschaftsverbänden des Landes ausgerufener zweitägiger Generalstreik, der das gesamte wirtschaftliche Leben von Honduras lahmlegen soll.

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