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London: Demonstranten heizten Bankern ein | Drucken |  E-Mail
Gegen Krieg und Krise
Mittwoch, den 01. April 2009 um 21:25 Uhr
In London haben die Proteste gegen die kapitalistische Krise und das Gipfeltreffen der G20 begonnen. Tausende demonstrierten heute durch London und forderten ein Ende des Casino-Kapitalismus, entschiedene Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe und ein Ende der Kriege im Irak und in Afghanistan. Zunächst machten sich einige Banker in der City noch über den Protest lustig: Sie lehnten sich aus Fenstern und wedelten mit Zehn-Pfund-Noten. Das Lachen verging ihnen aber vermutlich, als sich die Demonstranten anschickten, die Vergesellschaftung der Banken in die Tat umzusetzen.

Während es der Polizei gelang, die Demonstration von der Bank of England fernzuhalten, gelang es am Mittag einer Gruppe von Demonstranten, eine Filiale der Royal Bank of Scotland in der Londoner Innenstadt zu besetzen. Die Demonstranten schlugen die Scheiben ein und drangen in das Gebäude an. Die Wände der Filiale wurden mit Worten wie »Diebe« verziert, Medienberichten zufolge wurden Aktenordner und Computer auf die Straße getragen.

Es war kein Zufall, dass sich die Wut gerade gegen diese Bank richtete. Die Royal Bank of Scotland hatte wegen der Finanzkrise einen Rekordverlust verbucht, gleichzeitig aber ihrem ehemaligen Chef eine Riesenpension zugestanden.

Laut Agenturberichten kesselten wenig später Sicherheitskräfte rund 1200 Demonstranten vor der Bank ein. Zwei Dutzend Menschen wurden festgenommen, eine unbekannte Zahl von Demonstranten verletzt. Auch später kam es immer wieder zu Polizeiübergriffen gegen Demonstranten und gegen Teilnehmer eines »Klima-Camps«.

Die Proteste werden auch von anderen Aktionen begleitet. Wie Indymedia London meldet, wurde heute morgen eine Autofabrik des Ford-Konzerns von den Arbeitern besetzt, nachdem sie gestern auf die Straße gesetzt worden waren. 100 der insgesamt 200 Beschäftigten halten das Werk in Enfield gegenwärtig besetzt.
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