Freitag, 9. Dezember 2016
Solidaritätsanzeige

Nicolás MaduroAm Sonntag abend (Ortszeit) hat Venezuelas Vizepräsident Nicolás Maduro in Havanna auf Bitten von Staatschef Hugo Chávez in einer über alle Rundfunk- und Fernsehsender verbreiteten Erklärung ein Kommuniqué verlesen, indem er die venezolanische und internationale Öffentlichkeit über erneute Komplikationen informierte, die 19 Tage nach der erneuten Krebsoperation den Genesungsprozess von Chávez erschweren. In den Stunden zuvor war in Venezuela eine Gerüchtekampagne über den angeblichen Tod des Comandante entfesselt worden, die unter den Venezolanern für Empörung sorgte.

 

Nicolás Maduro war am Freitag nach Havanna gereist, um den Präsidenten zu besuchen. Zunächst hatte es geheißen, er werde dort den »geeigneten Zeitpunkt« für die Visite abwarten. In ganz Venezuela warteten die Menschen angespannt auf das offizielle Kommuniqué. Als Maduro dieses dann verbreitete, endete auch eine Destabilisierungskampagne der reaktionären Rechten, die von einer »Informationslücke« gesprochen hatten. Tatsächlich teilte der Vizepräsident der Öffentlichkeit mit, dass der Gesundheitszustand Chávez' schwierig sei und seine Erholung trotz der medizinischen Anstrengungen nicht ohne Risiken sei.

Chávez selbst liess den Venezolanern seine Grüße zum neuen Jahr 2013 übermitteln und äußerte die Hoffnung, dass mit der endgültigen Konsolidierung der Unabhängigkeit und der nationalen Einheit das kommende Jahr ein glücklicheres für das Heimatland werde.

Unmittelbar nach der Erklärung wurde es in den sozialen Netzwerken im Internet wieder lebendig, diesmal jedoch durch Tausende Mitteilungen, in denen Chávez und seiner Familie Solidarität versichert wurde. Während in diesen Nachrichten immer wieder Respekt für den Präsidenten und seine Angehörigen gefordert wurde, waren in einigen Nobelvierteln der Hauptstadt Caracas Feuerwerk und Festmusik zu hören. In den mehrheitlich von Anhängern des Präsidenten bewohnten Vierteln wurden hingegen viele geplanten Silvesterfeiern abgesagt und durch Mahnwachen und Gebete für Chávez ersetzt.

In einer vom staatlichen Fernsehen VTV ausgestrahlten Sondersendung forderte Informationsminister Ernesto Villegas vor dem Hintergrund der besonders über Twitter verbreiteten Desinformation die Journalisten des Landes auf, nicht über ein derart delikates Thema wie die Gesundheit des Präsidenten zu spekulieren. Es handele sich um eine Angelegenheit, die aufgrund der Bedeutung des Comandante für den politischen Prozess in Venezuela das ganze Land bewege.

Präsident Chávez kämpft unterdessen um seine Gesundheit und sein Leben. Seine politische Mannschaft erklärte in dem Kommuniqué, man vertraue auf die Leistungen der besten Ärzte, die ihn dabei unterstützen, auch diesen neuen Kampf zu gewinnen. Das venezolanische Volk, das Chávez erst am 7. Oktober mit klarer Mehrheit wiedergewählt hat, begleitet ihn mit Solidaritätsdemonstrationen. Auch über Twitter und Facebook, wo der entsprechende Hashtag #ChávezViveyVencerá (Chávez lebt und wird siegen) populär geworden ist.

Im Wortlaut: Kommuniqué der Regierung Venezuelas zum Gesundheitszustand des Präsidenten Hugo Chávez

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