Samstag, 25. Juni 2016
Solidaritätsanzeige

Freiheit für Mumia. Foto: Chris McGeehan / flickr (CC BY 2.0) Freiheit für Mumia. Foto: Chris McGeehan / flickr (CC BY 2.0) Am Montag wurde der afroamerikanische Journalist und politische Gefangene Mumia Abu-Jamal um 13 Uhr Ortszeit in das Schuylkill Medical Center, ein öffentliches Krankenhaus in Pottsville im US-Bundestaat Pennsylvania, verlegt. Zuvor war er bereits im Gefängniskrankenhaus des SCI Mahanoy in Frackville behandelt worden.

Die Gefängnisbehörde von Pennsylvania und die Krankenhausleitung verweigern den Angehörigen und der Verteidigung von Mumia Abu-Jamal jegliche Auskünfte über den Gesundheitszustand des Gefangenen.

Ebenfalls am gestrigen Montag hatten mehrere AnwältInnen im Namen von Abu-Jamal und anderen Gefangenen  vor Bezirksrichter Christopher Conner in Harrisburg Einwände gegen ein neues Gesetz dargelegt, welches Gefangenen verbieten soll, öffentlich ihre Meinung zu äußern. Im besonderen Fokus dieses Gesetzes stehen die Veröffentlichungen von Abu-Jamal, der seit langem aus den Todestrakten und der Gefängnisindustrie der USA berichtet und weltweit veröffentlicht und verlegt wird. In Deutschland sind seine Kolumnen wöchentlich in der Tageszeitung »junge Welt« zu lesen.

Erst im Januar 2015 war Phil Africa, ein weiterer politischer Gefangener, unerwartet im Haftkrankenhaus des SCI Dallas im Bundesstaat Pennsylvania verstorben, nachdem er volle sechs Tage lang von der Außenwelt isoliert war. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht aufgeklärt worden. Familienangehörige und Verteidiger von Abu-Jamal fordern daher, endlich Transparenz herzustellen. Sie verlangen Zugang zu dem Gefangenen, der auf der Intensivstation von der Polizei abgeschirmt wird.

Mumia Abu-Jamal war 1981 festgenommen und für einen vermeintlichen Polizistenmord zum Tode verurteilt worden. 2012 musste dieses politisch motivierte Urteil endlich aufgegeben werden. Allerdings ist Abu-Jamal bis heute in Haft.