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„Inakzeptabel und schändlich“

Übernommen von Unsere Zeit:

Die Grünen haben im Mai einen Antrag in den Berliner Senat eingebracht mit dem Titel „Sowjetische Ehrenmale in Berlin geschichtlich einordnen und vor politischer Instrumentalisierung schützen“. Der Antrag wurde ohne Debatte in den Kulturausschuss überwiesen. Die Linksfraktion signalisierte Zustimmung zu der geplanten Geschichtsfälschung. Die „Welt am Sonntag“ zitierte deren Fraktionsvorsitzende Anne Helm: „Russland missbraucht seit Jahren die Feierlichkeiten um den Tag der Befreiung für seine Kriegspropaganda.“ Am 8. Juni kommentierte die russische Botschaft in Deutschland die Vorgänge. UZ dokumentiert im Folgenden die Stellungnahme:

Uns sind Berichte deutscher Medien über eine im Berliner Abgeordnetenhaus vorangetriebene Initiative zur Veränderung des Erscheinungsbildes und der inhaltlichen Ausgestaltung sowjetischer Ehrenmale in der deutschen Hauptstadt aufgefallen. Es geht mutmaßlich um den Versuch, am Fuß der Denkmäler Informationstafeln anzubringen, die den subjektiven Blick bestimmter politischer Kräfte in Deutschland auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs widerspiegeln. Dabei wird nicht verschwiegen, dass diese Vorschläge in erheblichem Maße von den aktuellen politischen Erwägungen geprägt sind, die von Russophobie getragen werden.

In diesem Zusammenhang sei es daran erinnert, dass sowjetische Kriegsgräberstätten, darunter auch die zentralen Ehrenmale in Berlin, unter dem Schutz des deutsch-russischen Regierungsabkommens über Kriegsgräberfürsorge vom 16. Dezember 1992 stehen.

Die entscheidende Rolle der Roten Armee und des sowjetischen Volks bei der Befreiung Deutschlands und Europas vom Nazismus ist unbestreitbar. Die in Stein verewigten Symbole dienen als eine Erinnerung an die Heldentat der sowjetischen Soldaten und an die gewaltigen Opfer, die im Namen des Sieges gebracht wurden. Diese Symbole sind heilig und unantastbar. Jegliche Versuche, ihre Bedeutung zu relativieren, ihren ursprünglichen Sinn zu verändern oder sie in einen anderen historischen Kontext zu versetzen, sind inakzeptabel und schändlich.

Das erschütternde Ausmaß der Verbrechen des Dritten Reiches und seiner Helfershelfer wurde durch das Nürnberger Tribunal dokumentiert. Seine Urteile unterliegen keiner Verjährung und hängen nicht von den Präferenzen heutiger Politiker ab. Wir rufen dazu auf, keinen Geschichtsrevisionismus zu betreiben, indem man gegen Denkmäler vorgeht, sondern zur Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit dadurch beizutragen, dass die Verbrechen der Nazis und ihrer Helfershelfer als Völkermord an den Völkern der Sowjetunion durch Deutschland offiziell anerkannt werden.

Quelle: Unsere Zeit

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