20 | 05 | 2019

Österreichisch-Kubanische GesellschaftÖsterreichisch-Kubanische GesellschaftSeit dem tragischen Tod eines wegen Einbruch, Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitz zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilten Häftlings auf Kuba ist die karibische Insel einer gewaltigen Medienkampagne ausgesetzt. Meldungen zu Protesten und Hungerstreiks werden künstlich aufgebauscht.

Am vergangenen Donnerstag übernahm die Austria Presse Agentur eine Meldung der dpa über einen "gewaltsam beendeten Protestmarsch" von 30 Frauen, die in Havanna für die Freilassung ihrer inhaftierten Männer demonstrierten. Demgegenüber standen 200 Anhänger der kubanischen Regierung, die den Marsch "niedergebrüllt" (sic!) hatten. Der Protest der "Damen in Weiß" wurde von den Sicherheitskräften daraufhin "abgewürgt".

Zu dieser Agenturmeldung lieferte der ORF auch gleich scheinbar passende Bilder. Auf iptv.orf.at wird ein 44-Sekunden-Video präsentiert, dass jedoch jener Schilderung der deutschen Tageszeitung "junge Welt", wonach kubanische Polizisten den Protestmarsches der "Damen in Weiß" abschirmten, um zu verhindern, daß die Lage außer Kontrolle geriet, eher entspricht: "Am Dienstag begleiteten sie diese bis zur Wohnung eines ihrer Mitglieder, am Mittwoch hatten sie Agenturberichten zufolge zwei Polizeifahrzeuge zur Verfügung, um die Damen nach Hause zu bringen."

Betreffend der hungerstreikenden kubanischen Häftlinge setzt sich diese tendenziöse bis falsche Berichterstattung fort. Wie im Fall des kürzlich verstorbenen Orlando Zapata Tamayo werden sowohl die Hintergründe der Inhaftierung als auch der Kampf von Angehörigen und Ärzten bewusst verschwiegen. Tamayo wurde 1993 wegen Einbruchs zum ersten Mal verurteilt, 2000 wurde er wegen Körperverletzung (Mordversuch), Betrug und unerlaubten Waffenbesitzes in mehreren Verfahren verurteilt und inhaftiert. Am 9. März 2003 wurde er freigelassen und am 20. März neuerlich für 3 Jahre inhaftiert. Durch mehrere aggressive Angriffe auf Mithäftlinge und Wachpersonal wurde seine Haftstrafe auf insgesamt 25 Jahre ausgeweitet. Tamayos Mutter wurde während seines Hungerstreiks von den Ärzten eingebunden, um sein Leben zu retten. Filmdokumente belegen, dass die Mutter den Ärzten für ihre Bemühungen dankbar war.

Seit Ende Februar befindet sich der Regierungsgegner Guillermo Fariñas in einem Hungersteik, den er »bis zum Ende« fortsetzen will. Seine Mutter verfolgt diese Aktion fassungslos. »Ich billige diesen Hungerstreik nicht und teile nicht die Ideen meines Sohnes«, sagt die 75jährige ehemalige Krankenschwester der Agentur AFP.

Die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft verurteilt diese Medienkampagne gegen Kuba und fordert die sogenannte "freie Presse" auf, sich nicht vor den Karren der USA und der EU spannen zu lassen, dessen deklariertes Ziel es ist die sozialistische Revolution zu beseitigen und Kuba dem Diktat der „freien Wirtschaft“ zu unterwerfen.

Quelle: Österreichisch-Kubanische Gesellschaft (ÖKG) / RedGlobe

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