20 | 05 | 2019

Brigadisten in Havanna. Foto: SDAJAm Montagabend (Ortszeit) sind zwei Dutzend Jugendliche aus Deutschland in Havanna eingetroffen, um dort als erste von zwei Solidaritätsbrigaden der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) vor Ort die Kubanische Revolution zu unterstützen. Dabei geht es dem Jugendverband nicht vorrangig um eine Beschaffung von Baumaterial oder Bautätigkeiten vor Ort, sondern um einen Beitrag zur politischen Unterstützung des Sozialismus auf Kuba.

 

Die anhaltende Wirtschaftsblockade und die mediale Präsenz von konterrevolutionären Akteuren stellt für die junge Generation auf Kuba eine besondere Herausforderung dar. Gerade auf sie ist die antikubanische Propaganda gerichtet. Das verklärte Bild vom Kapitalismus wird durch TV-Serien, europäische TouristInnen und insbesondere durch die politisch-ideologische Strategie der US-„Entwicklungshilfe“ mit dem erklärten Ziel, einen Systemwechsel herbeizuführen, transportiert. Dem entgegenzuwirken, hat sich der Kommunistische Jugendverband Kubas, UJC, verpflichtet, der nun von seiner Schwesterorganisation aus Deutschland im „Kampf der Ideen“ unterstützt wird.

Nachdem die Brigadisten die erste Nacht an der CUJAE, der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Havanna, verbracht haben, wo sie sich drei Wochen lang mit kubanischen Studierenden die Zimmer teilen, wurden sie am Dienstag in einer offiziellen Zeremonie begrüßt. Zusammen mit dem Studierendenverband FEU betonte der Vizedirektor der CUJAE, Modesto Gómez, wie wichtig die Brigadisten seien. Sie sollen zur Verteidigung der Revolution beitragen.

Dazu führt die SDAJ auf dem Gelände der Universität mehrere inhaltliche Veranstaltungen durch, die sich an kubanische Jugendliche richten. Dort berichten die deutschen Gäste von ihrem Leben im Kapitalismus und wollen dieses anhand der Themen Arbeit, Bildung, Gesundheit, Demokratie und Mitbestimmung greifbar machen. Nach der ersten Abendveranstaltung wurde das „Café Tamara Bunke“, benannt nach der Guerilla-Kämpferin, eröffnet. In dem Café gibt es jeden Abend die Möglichkeit, bei kostenlosen Getränken über die verschiedenen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Systemen und Lebenssituationen zu diskutieren.

Ganz von klassischen Bautätigkeiten verabschiedet haben sich die BrigadeteilnehmerInnen aber nicht. Beide Brigaden arbeiten an einem „Zentrum zur Schaffung revolutionärer Werte“ auf dem Gelände der CUJAE. Dieses soll der Solidaritätsarbeit mit den in den USA eingesperrten „Cuban Five“ dienen und ein symbolisches Zuhause für die Zeit nach ihrer Haft darstellen. Der im Mai freigekommene René González wird voraussichtlich nächste Woche dieses Angebot wahrnehmen und das sich noch im Bau befindliche Zentrum besuchen. Vor der Eröffnung soll es mit zwei Wandgemälden verziert werden, deren Vorlagen in Deutschland durch einen Kunstwettbewerb der SDAJ ausgewählt wurden.

Die Brigadisten bekommen außerdem Austauschmöglichkeiten mit den kubanischen Massenverbänden. Desweiteren geplant sind ein Besuch im Immunologiezentrums sowie Ausflüge an historische Orte der Revolution. Bei allen Ausflügen und Veranstaltungen wird die Brigade von Studierenden der CUJAE begleitet.

Welche politische Bedeutung die Brigade in Kuba hat, wird durch die Worte von Noel Carillo, Mitarbeiter des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), der am Mittwoch die BrigadeteilnehmerInnen traf, deutlich: „Uns Kubanern fehlt manchmal der revolutionäre Blick auf die reale Situation in Europa. Es wird in den internationalen Medien als Kontinent der Möglichkeiten und Entwicklungen dargestellt doch seine Probleme werden verdeckt. Eine Brigade, die politische Aktionen umsetzt, die sich mit jungen Kubanern in Universitäten und an Arbeitsplätzen trifft, um sich zu unterhalten und über die Probleme der Welt, sowohl in Deutschland wie in Kuba zu diskutieren, finde ich großartig!“

Die 25 Jugendlichen sind noch bis zum 6. August auf Kuba. Eine zweite Gruppe folgt am 19. August.  Eindrücke und Bilder will die SDAJ täglich auf www.sdaj-netz.de/cuba/reisetagebuch einstellen

Unser Autor Björn Schmidt ist Bundesvorsitzender der SDAJ

 

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.