Übersetzung und Untertitel: Angelika Becker

José Manzaneda, Koordinator von Cubainformación.

Eine Titelzeile spiegelt die grenzenlose Unverschämtheit wieder, mit der die Regierung der Vereinigten Staaten gegen Kuba agiert und mit der die internationale Presse dieser huldigt: „Joe Biden (…) könnte Impfstoffe schicken und ist bestrebt, das Internet in Kuba wieder herzustellen“ (1).

Impfstoffe? Kuba hat genügend eigene Impfstoffe gegen Covid 19 und führt gegenwärtig einen Prozess der massiven Immunisierung durch (2), der allerdings verlangsamt wird durch das Fehlen von Spritzen und medizinischem Material – und das wird verursacht – ganz genau – durch die ökonomische Blockade der USA (3).

Internet? Man sagt uns, dass das Weiße Haus „bemüht ist, die Blockade des Internets in Kuba zu umgehen“ und bezieht sich dabei auf die Unterbrechung dieses Dienstes vor einem Monat für 48 Stunden, nach einem Angriff großen Ausmaßes in den sozialen Netzwerken mittels Trolls und Robotern von den Vereinigten Staaten aus (4). Dort studiert man gerade die Installation von WiFi-Ballonen, die solche Unterbrechungen auf der Insel verhindern könnten (5). Und das schlagen Dieselben vor, die eine technologische Blockade einschließlich der Internetdienste gegen Kuba verhängt haben (6).

Wenn wir einen Blick auf die Karte der Glasfaserkabel der Karibik werfen, sehen wir, dass nur zwei Kuba erreichen: dasjenige, das aus Venezuela kommt und das seit kaum 8 Jahren das einzige zur Versorgung der Insel mit diesen Diensten ist, und dasjenige zur US-amerikanischen Marinebasis in Guantánamo (7). Die Blockade-Gesetze verhindern einen weiteren Vertragsabschluss und die Anbindung, was für Kuba einen Rückstand von Jahren bei der Entwicklung des Internets bedeutet. Trotzdem liegt die Anbindung der Insel heute bei 64%, womit Kuba nach der britischen Agentur „We Are Social“ zu den 20 Ländern mit den größten Wachstumsraten gehört (8). Die Blockade verhindert außerdem den Zugang von Kuba aus zu mehr als 60 Programmen und Dienstes, deren Nutzung in der Welt am meisten verbreitet ist: Zoom, PayPal, Google Maps oder Wetransfer. Dies zeigte ein kürzlicher Bericht von GitHub, der weltgrößten Plattform für freie Software (9).

Davon lesen wir allerdings nichts in der korporativen Presse. Das was sie aber versichert, ist, dass die gütige Regierung der Vereinigten Staaten Möglichkeiten sucht, wie sie den Versand von Geldzahlungen auf die Insel öffnen könnte, wenn es eine Garantie gäbe, dass dieses Geld die Bürger erreichte (10). Auf diese Weise versucht die katalanische Tageszeitung La Vanguardia das Verbot der US-Regierung von Geldüberweisungen nach Kuba zu versüßen, eine Maßnahme, die die kubanische Migration zu der einzigen macht, die ihre Familien nicht unterstützen kann (11).

Währenddessen fährt die sogenannte Gruppe Aufgabe Internet für Kuba (Internet Task Force), die 2017 vom Weißen Haus gegründete Einheit, fort, eine gewaltige Operation des Cyberkrieges gegen die Insel zu pilotieren, mittels einer Bombardierung in den Sozialen Netzwerken. Das Ziel: einen Hexenkessel in der kubanischen Gesellschaft zu schaffen, wobei die ökonomischen Engpässe ausgenutzt werden, die von der Blockade, den Sanktionen und der Pandemie verursacht wurden (13). Und das alles begleitet von der bequemen Unterstützung – oder dem komplizenhaften Schweigen – einer Presse, die unfähig ist, diesen skandalösen und offensichtlichen Zynismus aufzudecken.

Posted on 14. August 2021 by admin
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