Donnerstag, 13. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Guillermo CochezPanamas früherer Botschafter Guillermo Cochez gefällt sich als Überbringer von Falschmeldungen. Aktuell sorgt er für Wirbel mit einem Interview für den kolumbianischen Fernsehsender NTN24, in dem er behauptete, Venezuelas Präsident Hugo Chávez sei bereits seit dem 30. Dezember »hirntot«, vor vier Tagen seien »die Geräte abgeschaltet« worden. Der Staatschef sei nur deshalb von Havanna nach Caracas gebracht worden, weil sich die kubanischen Ärzte geweigert hätten, die Behandlung zu beenden. Die Fotos des Präsidenten, die am 15. Februar veröffentlicht wurden und ihn mit seinen zwei Töchtern beim Lesen der Tageszeitung »Granma« zeigen, seien »gefälscht«.

International aufgefallen war Herr Cochez erstmals Mitte Januar, als er bei einer Sitzung des Ständigen Rats der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Washington behauptet hatte, in Venezuela sei »die Demokratie krank«. Zudem attackierte er bei der Gelegenheit OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza, weil dieser angekündigt hatte, die Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs Venezuelas zu respektieren. Wenn die OAS in Venezuela nicht eingreife, müsse man sie auflösen. Den diplomatischen Eklat beendete Panamas Außenminister Rómulo Roux wenige Tages später durch die Entlassung des Botschafters. Dieser habe nicht die Meinung des von ihm zu vertretenden Staates widergegeben.

El País am 24.1.2013Seither gilt Cochez ultrarechten Verschwörungstheoretikern in Lateinamerika als verfolgte Unschuld. Doch nur wenige Tage nach dem Eklat in Washington verbreitete er über den Internetdienst Twitter das berühmt gewordene Foto, das angeblich den an ein Beatmungsgerät angeschlossenen Chávez zeigte. Für die spanische »El País« wurde dieses Foto die peinlichste Panne der vergangenen Jahre, denn wenige Tage später veröffentlichte sie es auf der Titelseite ihrer Ausgabe – obwohl längst bewiesen war, dass es sich um eine Fälschung handelte. Das Blatt musste seine Auflage einstampfen, denn tatsächlich stammt das Foto aus einem Youtube-Video von 2008, auf dem ein in Mexiko nach zwei Herzinfarkten behandelter Patient zu sehen ist.

Nun also der neue Vorstoß von Herrn Cochez. Trotz des Dementis aus Caracas haben sich neben lateinamerikanischen Medien bislang die »Kleine Zeitung« aus Österreich, das Onlineportal »Berliner Umschau« oder die »Stimme Russlands« auf die Nachricht gestürzt. Das Dementi aus Caracas allerdings gibt es auch längst.

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