• Aus der Schockstarre holen

    Was ver.di in den Verhandlungen bei Karstadt Kaufhof erreicht hat – darüber sprach UZ mit Orhan Akman. Er leitet die Bundesfachgruppe Einzel- und Versandhandel beim ver.di-Bundesvorstand und führt die Tarifverhandlungen mit Galeria Karstadt Kaufhof.

    UZ: Umsatz-Minus wegen der Pandemie, Niedergang des stationären Einzelhandels – ist es überhaupt möglich für die Beschäftigten, sich gegen die Schließungen und Entlassungen bei Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) zu wehren?

    Orhan Akman: Die Frage ist doch: Ist die Pandemie wirklich an allem schuld? In der Pandemie hat sich nur offenbart, was für ein Missmanagement bis dahin bei GKK geherrscht hat. Andere Unternehmen konnten sich trotz der Krise neu aufstellen, bei GKK war das Management jahrelang nicht dazu fähig.

  • Versprechen zum Brechen

    Unter dem Eindruck der Masseninfektionen seiner Beschäftigten kündigte das Fleischimperium Tönnies am Dienstag weitreichende Maßnahmen an. Sie beinhalten die „Abschaffung von Werkverträgen in allen Kernbereichen der Fleischgewinnung – Direkteinstellung dieser Mitarbeiter in die Tönnies-Unternehmensgruppe“ und die „zügige Schaffung von ausreichendem und angemessenem Wohnraum für die Beschäftigten der Unternehmensgruppe an den Standorten“, „möglichst“ ab dem 1. Januar 2021. Tönnies fürchtet um die „gesellschaftliche Akzeptanz“ seiner Branche. Das hindert ihn aber nicht daran, selbst den konzerneigenen Beschäftigten einen Tarifvertrag zu verweigern.

  • Wellenreiter Laschet

    Dort, wo Menschen dicht gedrängt wohnen oder arbeiten, kann sich das Coronavirus bestens verbreiten. Davon zeugen die Ausbrüche in Gütersloh, Göttingen und in weiteren sogenannten Hotspots. Ein Virus hat keinen Plan, ist aber offenbar dort erfolgreich, wo viele Menschen gefährdet sind - jene in prekären Lagen.

  • Fleischproduktion: Lidl und Kaufland verzichten auf Werkverträge

    Lidl und Kaufland setzen ein wichtiges Zeichen für mehr Verantwortung und bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferkette: Beide Unternehmen haben heute mit ihren Frischfleisch- sowie Frischgeflügel-Lieferanten vereinbart, ab spätestens Januar 2021 auf Werkverträge mit Dritten in den Kernprozessen Schlachtung, Zerlegung sowie Verpackung zu verzichten. Die Entscheidung, zukünftig kein Frischfleisch und -geflügel in der Festlistung von Lieferanten mit laufenden Werkverträgen anzunehmen, wurde in beiden Unternehmen seit einiger Zeit diskutiert, die jüngsten Ereignisse haben zu dem konsequenten Schritt geführt.

  • Fall Tönnies: Symbol eines menschenunwürdigen und Tierleid erzeugenden Agrarsystems

    BUNDZur aktuellen Debatte über die Corona-Fälle im Schlachtkonzern von Clemens Tönnies erklärtOlaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

    „Der Fall Tönnies ist nur die Spitze des Eisbergs. Er steht für ein menschenunwürdiges und Tierleid erzeugendes Agrarsystem. Seit Jahrzehnten erleben wir in der Land- und Lebensmittelwirtschaft ungehemmte Konzentrationsprozesse zu immer größeren Ställen, Bauernhöfen oder Schlachtkonzernen. Dabei bleiben gute Arbeitsbedingungen, artgerechte Tierhaltung sowie Umwelt- und Klimaschutz viel zu oft auf der Strecke. Die auf Wachstum und Agrarexport ausgerichtete Politik hat einen erheblichen Anteil an dem Skandal.

  • Bildungskatastrophe droht – Studierende demonstrierten für mehr staatliche Nothilfe

    Mehrere hundert Studierende aus ganz Deutschland haben am 20. Juni in Berlin für mehr staatliche Unterstützung während der Corona-Krise demonstriert. Unter den Demonstrierenden, die dem Dauerregen getrotzt haben, waren auch Mitglieder des Studierenden-Arbeitskreises der IG Metall im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen.

    Mehr als eine Million Studierende hat durch die Corona-Pandemie und die staatlichen Auflagen für Gastronomie und Gewerbe ihren Nebenjob verloren und ist so finanziell in große Existenznöte geraten. Viele Studierende sind gezwungen, ihr Studium abzubrechen. Sie machten lautstark und mit zahlreichen Plakaten auf ihre desolate Situation aufmerksam: Eine Bildungskatastrophe droht.

  • Staatsanwalt ermittelt bei Tönnies

    Westfalen-BlattNach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Das Verfahren richte sich zunächst gegen Unbekannt. Das berichtet das in Bielefeld erscheinende Westfalen-Blatt.

  • ver.di begrüßt Rückkehr zur Sonntagsruhe

    ver.di Hessen hat sich zufrieden gezeigt über den Entschluss der Landesregierung, die gesetzliche Regelung zur Ladenöffnung wieder in den Vor-Coronastand zu bringen und somit uneingeschränkte Sonntagsöffnungen von Verkaufsstellen zu verbieten.

    Landesbezirksleiter Jürgen Bothner: „Unser Eilantrag beim Kasseler Verwaltungsgerichtshof ist somit hinfällig. Wir betrachten das als Erfolg.

  • Zeit nutzen, um Schulöffnungen seriös vorzubereiten

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat gemahnt, dass Kultusministerkonferenz (KMK) und Länder die Zeit bis nach den Sommerferien nutzen müssen, um die Schulen auf eine schrittweise Wiederöffnung vorzubereiten und sie zu unterstützen. Die Bildungsgewerkschaft warnte für „vollmundigen Versprechungen und einem Wetteifern um die schnellste und weitestgehende Öffnung von Schulen“. „Wir brauchen dringend – auch vor Ort – Runde Tische mit Vertretungen der Lehrkräfte, Eltern und Schüler sowie aus Medizin und Bildungswissenschaft, um bestmögliche Lösungen zu entwickeln und die Interessen aller an Schule Beteiligten weitgehend zu berücksichtigen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Freitag mit Blick auf die gestrigen Entscheidungen der KMK. Hygiene- und Abstandsregeln, pädagogische Konzepte und digitale Ausstattung der Schulen seien die drei zentralen Themenfelder, die jetzt geklärt werden müssten.

  • 80.000 Unterschriften für Offenen Brief „Soziale Arbeit ist unverzichtbar“

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat am heutigen Freitag (19. Juni) rund 80.000 Unterschriften unter den Offenen Brief „Soziale Arbeit ist unverzichtbar“ an das Bundesfamilienministerium übergeben und damit ihre Forderung nach einer Stärkung der Sozialen Arbeit in der Corona-Krise bekräftigt. „Die Beschäftigten in der Sozialen Arbeit – diese umfasst unter anderem Kitas, die Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe oder Hilfen für Wohnungslose und Geflüchtete – sind gefordert wie nie zuvor; viele fühlen sich aber in der Corona-Krise alleingelassen“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Den Beschäftigten würden häufig unzureichende oder fehlende Schutzmaßnahmen zugemutet, oder ihnen drohten Kurzarbeit oder Entlassung. „Qualifizierte Soziale Arbeit braucht gut entwickelte Träger und Strukturen; die entsprechenden Einrichtungen kann man nicht von heute auf morgen schließen und übermorgen wieder öffnen.“

  • Hessen stoppt generelle Sonntagsöffnungen

    DGBDer DGB Hessen-Thüringen begrüßt die Entscheidung der hessischen Landesregierung, dass die Möglichkeit zur generellen Sonntagsöffnung von Geschäften für die Zeit der Corona-Pandemie, abgeschafft wird. Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen: „Sozialminister Klose steht damit zu seinem Wort, die coronabedingten Angriffe auf den Arbeitsschutz der Beschäftigten wieder rückgängig zu machen. Gleichzeitig dürfte ihm die Einsicht gekommen sein, dass die Regelungen kein Beitrag zum anvisierten Ziel der Versorgungssicherheit gewesen sind. Im Gegenteil: Beschäftigte, zum Beispiel im Einzelhandel, hätten seit März sieben Tage die Woche beschäftigt werden können. Damit wurde die Gesundheit der Beschäftigten ohne Not aufs Spiel gesetzt, denn bereits jetzt sind diese am absoluten Limit!“

  • Hunderte Corona-Infektionen bei Tönnies: "Das ist kein Zufall!"

    NGGNun auch beim Marktführer: Bei Deutschlands größtem Fleischkonzern Tönnies haben sich viele hundert Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Tausende Menschen in und um Gütersloh wurden in Quarantäne geschickt, Schulen und Kitas geschlossen. Dass sich das Virus gerade in Schlachthöfen besonders stark ausbreitet, liegt auch an den teils katastrophalen Bedingungen, unter denen die meist aus Osteuropa stammenden Beschäftigten leben und arbeiten müssen.

  • Corona-Infektion im Urlaub: Jobverlust droht

    Arbeits­rechts­ex­per­ten war­nen, dass bei Aus­­­lands- und Urlaubs­rei­sen arbeits­recht­li­che Kon­se­quen­zen – bis hin zur Kün­di­gung – dro­hen kön­nen.

    Die Gren­zen zu den Nach­bar­län­dern sind wei­test­ge­hend wie­der offen, auch wegen der Coro­­na-Pan­­de­­mie ver­häng­te Rei­se­be­schrän­kun­gen wur­den für vie­le euro­päi­sche Staa­ten auf­ge­ho­ben. Von Öster­reich aus kön­nen damit also 31 euro­päi­sche Län­der ohne Auf­la­gen bereist wer­den, wäh­rend für ande­re Län­der nach der Rück­kehr nach Öster­reich noch immer ein nega­ti­ves Coro­­na-Tes­t­er­ge­b­­nis oder eine ver­pflich­ten­de Qua­ran­tä­ne nötig ist. Aber: Für alle Län­der gilt der­zeit zumin­dest noch ein „hohes Sicher­heits­ri­si­ko“, für man­che sogar eine Rei­se­war­nung (sie­he Rei­se­war­nun­gen des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für euro­päi­sche und inter­na­tio­na­le Ange­le­gen­hei­ten).

  • "Werkvertragsarbeiter notfalls in Hotels unterbringen"

    Der nordrhein-westfälische SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty fordert nach dem Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies mit Hunderten Infizierten "strenge Kontrollen und engmaschige Tests" in dem Unternehmen. Außerdem müssten die vielen Arbeiter aus Südosteuropa die Chance bekommen, in anderen Quartieren zu wohnen. "Die schlechten Wohnverhältnisse der Werkvertragsarbeiter müssen beendet werden, notfalls durch die Unterbringung der Arbeiter in Hotels und Pensionen", sagte Kutschaty der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Freitagsausgabe).

  • „Eine Milliarde für eine Million – Studihilfe jetzt“

    Durch die seit Monaten andauernde Corona-Krise hat über eine Million Studierende ihre Nebenjobs verloren. Seitdem warten Studierende auf ausreichende Hilfen des Bundes. Ihnen wurden bislang nur ein Kredit mit massiven Zinsen und ein viel zu kleiner Nothilfefonds angeboten. Viele von ihnen befinden sich aufgrund dessen in existenziellen Notlagen und wissen nicht, wie sie sich weiterfinanzieren sollen. Als einziger Ausweg bleibt ihnen häufig nur der Studienabbruch. Deswegen demonstrieren wir am 20.06. ab 14 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof aus im Regierungsviertel für echte Nothilfen als Zuschuss in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro.

  • Corona bei Tönnies: Kreis Gütersloh bittet Bundeswehr um Hilfe

    Als Reaktion auf den Corona-Ausbruch mit 650 Infektionen im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat der Kreis Gütersloh Amtshilfe von der Bundeswehr angefordert. "Wir rechnen damit, dass uns die Bundeswehr ab Freitag unterstützten wird", erklärt der Sprecher des Kreises Gütersloh, Jan Focken, gegenüber der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagausgabe).

  • Am Freitag Proteste an den großen Flughäfen in Deutschland

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat am heutigen Donnerstag (18. Juni) ihr Luftverkehrskonzept für den Neustart des Luftverkehrs nach der Covid-19-Krise vorgelegt und ruft für den morgigen Freitag (19. Juni) zu bundesweiten Protestaktionen der Beschäftigten der Branche für Arbeitsplatzsicherheit, Beschäftigungs- und Einkommensschutz auf. An den Aktionen nehmen Beschäftigte von Bodenverkehrsdiensten, Flughäfen, Airlines und Technikdiensten teil; Aktionen unter Berücksichtigung der Covid-19-Auflagen finden an den Flughäfen München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Berlin und Düsseldorf (dort auch mit Beschäftigen aus Hannover) statt.

  • Rassismus und Polizeigewalt sind keine Fehler des Systems, sie sind das System!

    Den nachstehenden Beitrag haben wir aus der deutschsprachigen Online-Ausgabe der kubanischen Tageszeitung Granma übernommen.

    Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla verurteilte diesen Mittwoch von seinem Twitter-Account aus „alle Äußerungen von Rassismus, Rassendiskriminierung und Fremdenfeindlichkeit.“

    In seiner Mitteilung über die Teilnahme Kubas an den Debatten der Sitzung 43 des Menschenrechtsrates (HRC) der Organisation der Vereinten Nationen rief der Außenminister dazu auf, gegen Trennungen nach Hautfarbe und ethnische Zugehörigkeit zu kämpfen und betonte: „22,2% der in den USA von Covid-19 hervorgerufenen Toten sind Afroamerikaner.“

  • Rettet Corona die Umwelt?

    Die Erde muss nicht vom Menschen, sondern vom Kapitalismus befreit werden

    Auf einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bunds zu den Folgen der Corona-Krise hat Joachim Löw gesagt, dass sich die Erde gegen die Menschen zu wehren scheint. Damit meint er wohl, dass das neuartige Corona-Virus eine Antwort der Umwelt auf die menschengemachte Umweltzerstörung sei. Wenn der Mensch die Umwelt zerstört und damit nicht aufhört, dann würde die Umwelt eben den Menschen zerstören.

  • Ende der Aufrüstungspolitik wäre bester NATO-Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung

    „Der beste Beitrag der NATO zur Pandemie-Bekämpfung wäre ein Ende der Kriegspolitik und der militärischen Aufrüstung seiner Mitglieder", erklärt Andrej Hunko, stellvertretender Vorsitzender und europapolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des Treffens der NATO-Verteidigungsminister.