Start der M+E-Tarifrunde 2021

In der Metall- und Elektroindustrie beginnen die Vorbereitungen für eine neue Tarifrunde. Die Mitglieder der Großen Tarifkommission (GTK) der IG Metall Baden-Württemberg haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, die entsprechenden Tarifverträge zu kündigen. Die IG Metall Baden-Württemberg stellt damit weitere Weichen, um die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie schnell und sicher durch die Krise zu bringen.

Bezirksleiter Roman Zitzelsberger: „Die Vorbereitungen sind getroffen, nun kann in den Betrieben die Debattenphase zur Tarifrunde 2021 Fahrt aufnehmen. Wir werden die Themen, die die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie gerade bewegen, aufgreifen und tarifliche Lösungen bieten, um die großen Herausforderungen in der Metall- und Elektroindustrie zu lösen.“

Die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg hat sich in ihrer Sitzung heute einstimmig dafür ausgesprochen, erste Tarifverträge fristgerecht zu kündigen. Es handelt sich dabei um die Tarifverträge zu den Entgelten und Ausbildungsvergütungen für die Beschäftigten und Auszubildenden in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg sowie den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und zum Beschäftigungsaufbau in der Metall- und Elektroindustrie (TV Besch).

Zuvor hatten die rund 200 Delegierten vor Ort und per Videokonferenz ausführlich die Vorstellungen der IG Metall Baden-Württemberg für die rund eine Million Beschäftigten in der hiesigen Metall- und Elektroindustrie diskutiert. Der Vorstand der IG Metall wird in einer außerordentlichen Sitzung am 19. Oktober über die Anträge beraten.

Zitzelsberger: „Die Themen Beschäftigung und Einkommen sichern werden im Fokus der Tarifrunde 2021 stehen, das hat die erste Debatte in der GTK ergeben. Ausgehend von den betrieblichen Krisen müssen wir jetzt mit den Beschäftigten diskutieren, welche tariflichen Instrumente in der Tarifrunde 2021 weiterentwickelt werden können.“

Zwar gibt es bereits in den Tarifverträgen Kurzarbeit und Beschäftigung (TV KB) und im TV Besch Regelungen zu kollektiven Instrumenten zur Arbeitszeitreduzierung – diese sollen aber in der Tarifrunde 2021 weiterentwickelt werden.

Zukunft: digital, ökologisch, sicher und fair

Die Idee, dass Betriebe, in denen Beschäftigungsabbau droht, die Wochenarbeitszeit zu verkürzen und dafür mindestens einen Teilentgeltausgleich zu bekommen, soll jetzt ebenfalls in den Betrieben diskutiert werden. Und auch das Zukunftspaket, das auf betrieblicher Ebene Vereinbarungen zu Investitionen, Qualifizierung sowie Standort- und Beschäftigungssicherung ermöglichen soll, wird in der Tarifrunde 2021 eine zentrale Rolle spielen. Das bedeutet, dass die offenen Themen aus der Tarifrunde im Frühjahr 2020 wieder aufgerufen und diskutiert werden.

Zitzelsberger: „Wir wollen allen Beschäftigten und Betrieben die Möglichkeit geben mit Rahmenregelungen für betriebliche Zukunftstarifverträge, Chancen und Herausforderungen fair und sicher meistern zu können. Die Transformation nimmt Fahrt auf und darauf muss die Metall- und Elektroindustrie eine bessere Antwort haben als bisher. Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie 2021 muss auf diese Herausforderungen und Anliegen der Beschäftigten Lösungen finden.“

Die IG Metall Baden-Württemberg greift weiterhin ein wichtiges Zukunftsthema auf: Perspektiven für junge Beschäftigte. Der Hintergrund: Für dual Studierende gelten die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie nicht. Die IG Metall will das ändern. Zitzelsberger: „Das erwartet auch die immer größere werdende Anzahl der dual Studierenden von uns.“

Studierende, Auszubildende und Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie brauchen Sicherheit im digitalen und ökologischen Wandel. „Den Industriestandort Baden-Württemberg für eine digitale, ökologische, klimafreundliche und soziale Zukunft fit zu machen, dazu werden wir tarifvertragliche Instrumente in dieser Tarifrunde vorschlagen. Das ist unser Gegenmodell zu den Abbauplänen und Angriffen vieler Arbeitgeber auf tarifliche Standards und Arbeitsbedingungen“, betont Roman Zitzelsberger.

„Mit den Aktionen in den vergangenen Tagen und Wochen haben die Mitglieder der IG Metall bewiesen, mit welcher Kraft sie für eine zukunftssichere Metall- und Elektroindustrie kämpfen. Das werden sie auch in der Tarifrunde 2021 tun. Eine Nullrunde, wie sie Gesamtmetall fordert, lehnen wir ab.“

Quelle:

IG Metall Baden-Württemberg