DGB und Grüne fordern Rehabilitierung von Opfern der Berufsverbote

Cornelia Booß-Ziegling, vom Berufsverbot betroffene Lehrerin, erläutert die Ausstellung. Foto: Dr. Michael Hüser»Ich bin tief beeindruckt von der Ausstellung« und »total toll« waren zwei von vielen zustimmenden Aussagen von Besucherinnen und Besuchern, die in den verdi-Höfen in Hannover an der Eröffnung einer bundesweiten Wanderausstellung »Vergessene“ Geschichte: Berufsverbote – Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland«, teilnahmen. In der nach der Vorstellung der Ausstellung erfolgten Diskussion spielte insbesondere die Verschleppung des »rot-grünen« Landtagsantrages zu den Berufsverboten und zur Einrichtung einer Rehabilitierungskommission eine Rolle. Der Antrag liegt seit über einem Jahr unbehandelt im Innenausschusss des Landtages vor.

Die Landesvorsitzende der Grünen, Meta Janssen-Kucz, informierte, dass die CDU nicht bereit sei in der Kommission mitzuarbeiten und sich die FDP-Fraktion noch in der Diskussion befände. Die Landtagsabgeordnete befürwortete eine zügige Aufnahme der Arbeit der Rehabilitierungskommission und betonte, dass die Teilnahme aller Fraktionen nicht zwingend erforderlich sei. »Der ›Radikalenerlass‹ ist zwar aufgehoben, das Gedankengut ist aber noch präsent!«

Lea Arnold vom DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt forderte, dass die Kommission endlich mit der Arbeit beginnen solle. Wenn die CDU keine Lust habe, könne die Aufarbeitung und Rehabilitierung auch ohne sie erfolgen. Unerträglich sei die Tatsache, dass Gewerkschaftskollegen, die eine Demonstration angemeldet haben, ins Visier des Verfassungsschutzes geraten sind.
 
Die bundesweite Wanderausstellung wird bis zum 17. Dezember 2015 in den verdi-Höfen in Hannover (Goseriede 10, 1. Stock / Mo.-Do. 9-16 Uhr, Fr. 9-13 Uhr) gezeigt. Der Eintritt ist frei. Führungen durch die Ausstellung können angemeldet werden beim Bildungswerk verdi: Tel.: 0511/124 00 414.