Mikis Theodorakis in der jungen Welt: „Ich habe nicht aufgehört, in der Musik zu leben“

Vor seinem 95. Geburtstag hat der griechische Komponist und Widerstandskämpfer Mikis Theodorakis der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „junge Welt“ ein ausführliches Interview gegeben. „Wenn ich nun keine Musik mehr schaffe, heißt das nicht, dass ich aufgehört hätte, in der Musik zu leben“, bekennt Theodorakis. Er protestiert gegen die „unmittelbare Kontrolle der westlichen Großmächte über das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben“ in seinem Land, äußert sich zu den gegenwärtigen Beziehungen zwischen Deutschen und Griechen und kritisiert, dass seine Heimat „in ein riesiges Militärlager der US-Amerikaner und der NATO“ umgewandelt werde. Anschaulich erläutert Theodorakis die Arbeit eines Komponisten: „Der Klang ist lediglich ein Ausschnitt von etwas, aus dem nur dann Musik wird, wenn Kreativität dazukommt.“

Mikis Theodorakis wurde am 29. Juli 1925 auf der Insel Chios in der nordöstlichen Ägäis geboren. Sein Leben ist geprägt vom Kampf gegen „das Chaos“, wie er Faschismus, Militärdiktatur und den Überfall der Deutschen auf Griechenland nennt. Seine Vertonungen großer Poesie – Élouard, Neruda, Elytis, Ritsos und Seferis – sind Weltkulturerbe. Weltweit bekannt ist er auch als Schöpfer des „Sirtaki“ aus dem Film „Alexis Sorbas“, der Filmmusik zum Klassiker „Z“ sowie herausragender Symphonien und Ballettstücke.

Das Gespräch mit Mikis Theodorakis erscheint exklusiv in der Wochenendbeilage der „jungen Welt“ vom 25./26. Juli 2020.

Quelle:

Pressemitteilung der Tageszeitung junge Welt