Sonntag, 22. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Heute verstarb mit 97 Jahren Ludwig Baumann, langjähriger Vorsitzender der „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz“. Etliche Entscheidungen des Deutschen Bundestags zur Aufhebung von NS-Unrecht wären ohne seine unermüdliche Arbeit nicht zustande gekommen: Das NS-Unrechtsaufhebungsgesetz von 1998 rehabilitierte Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer, das erste Ergänzungsgesetz 2002 pauschal homosexuelle NS-Opfer und die Deserteure der Wehrmacht, das zweite NS-Unrechtsaufhebungsgesetz 2009 schließlich auch die wegen Kriegsverrats verurteilten Opfer der NS-Militärjustiz.

Dazu erklärt Jan Korte, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE:

„Die Nachricht vom Tod Ludwig Baumanns erfüllt uns mit tiefer Trauer. Seinem Leitgedanken ,Wenn mehr den Krieg verraten hätten, hätten Millionen Menschen weniger zu sterben brauchen' kann sich jeder Mensch, der für den Frieden und gegen den Krieg aufsteht, uneingeschränkt anschließen. Ludwig Baumann hat sich mit seiner Desertion aus der verbrecherischen Wehrmacht gegen das Morden in Europa gestellt. Er wurde als Wehrmachtsdeserteur zunächst zum Tode verurteilt, hat den Faschismus überlebt und wurde jahrzehntelang in der BRD ausgegrenzt.

Ludwig Baumann und die 1990 von ihm mitgegründete Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz konnten viele, auch schmerzhafte Kämpfe zur Aufarbeitung der Geschichte und zur Anerkennung von NS-Unrecht im wiedervereinigten Deutschland anstoßen und schließlich auch gewinnen. Für sein beharrliches und unerschütterliches Engagement sind wir ihm dankbar. Wir werden ihn nicht vergessen."

Quelle:

Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag

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