Montag, 25. März 2019
Solidaritätsanzeige

Wir dokumentieren die Pressemitteilung des Bündnisses “Fulda stellt sich quer”.

Der geplante Protest der Fuldaer Zivilgesellschaft im Vorfeld zu der geplanten Demonstration der rechtsextremen Partei der III. Weg am 16.02.2019 in Fulda, hat Wirkung gezeigt. Etwas mehr als 80 Organisationen, Parteien, Gewerkschaften, Vereine und Gruppen sind dem Aufruf #wirsindmehr – wir sind Fulda gefolgt und beteiligen sich an den Protesten gegen den rechtsextremen Aufmarsch in Fulda.

Ab den Mittagsstunden werden Gruppen, Vereine, Gewerkschaften und Einzelpersonen mit friedlicher Kreativität für ein weltoffenens Fulda werben.

Nach dem geplanten Ablauf soll um 15.30 Uhr eine Auftaktkundgebung stattfinden bevor um 16.00 Uhr die große Demonstration durch Fulda geplant ist. Für 18.30 Uhr ist eine zentrale große Abschlusskundgebung vorgesehen.

Breite Unterstützung erhält das Bündnis #wirsindmehr – wir sind Fulda von der Künstlerszene, so werden am 16.02.2019 die Songwriterin Cynthia Nickschas, die Band Blaufuchs aus Niedersachsen und der Liedermacher Broder Braumüller, die Aktivitäten unterstützen. Nach der Abschlusskundgebung wird es im Kulturkeller ein kostenloses „After Demo Konzert“ mit Cynthia Nickschas und Band geben. Das Fulda am 16.02.2019 nicht alleine steht zeigt die Solidarität von anderen Organisationen. Es haben sich Gruppen, Gewerkschaften und Vereine aus dem ganzen Bundesgebiet und Hessen angemeldet. Die Veranstalter rechnen bei der Demonstration mit einer Teilnehmerzahl von über 2.000 Menschen.

Mit bunter Kreativität, die die Vielfalt von Fulda zeigt, will sich das Bündnis #wirsindmehr – wir sind Fulda den Geschichtsrevisionismus vom III.Weg entgegenstellen.Auf das schärfste verurteilt das Bündnis die „Kindererziehung und Instrumentalisierung von Minderjährigen beim „III. Weg“. Im sächsischen Plauen hat der III. Weg Selbstverteidigungskurse für Kinder angeboten. Auf Bildern, die später im Internet veröffentlicht wurden, sind mindestens acht Minderjährige zu erkennen. Sie zeigen die Teilnehmer, wie sie Sportübungen ausführen und Selbstverteidigungstechniken einüben – angeleitet durch Funktionäre des III. Weg, die T-Shirts mit Parteilogos tragen. Nach Abschluss des Trainings erhielten die Kinder dann sogar „wohlverdiente Sporthemden“, heißt es stolz auf der Website der Gruppierung. Als Motiv bilden sie einen martialischen Wolf auf beigem Hintergrund ab, umgeben von einem Lorbeerkranz in der dunkelgrünen Parteifarbe. Solche Aktionen sind im Angebot der militanten Neonazis längst keine Ausnahme mehr. Neben den Selbstverteidigungskursen für Kinder, die seit März 2018 mindestens vier Mal stattgefunden haben, bietet „Der III. Weg“ in Plauen neuerdings auch einen eigenen Jugendtreff an. Dabei wurde am 23. November eine „informative Gesprächsrunde“ veranstaltet, behauptet die Partei. Gesprochen wurde unter anderem über „neue Termine“ und über „Vorschläge für Aktivitäten“. Zudem führten die Neonazis ihren Gästen eine Dokumentation zum Thema „Fast Food“ vor, gefolgt vom Vortrag eines „gelernten Kochs“, der angeblich über gesundes Essen auf der Arbeit und in der Schule referierte.

Hinzu kamen über das Jahr verteilt weitere Einzelaktionen im Parteibüro, darunter ein „Kinderfest“ am 2. Juni vergangenen Jahres oder eine Geschenkaktion am 8. Dezember. Die begleitenden Impressionen zeigen die Neonazis jeweils genauso, wie es ihrem Selbstbild entspricht: Als Kümmerer, die mit Kindern Hausaufgaben machen, gemütlich beisammensitzen oder gemeinsam Kicker spielen und die Kinder Kinder mit Geschichtsrevisionismus instrumentalisieren. Auch bei der Propagierung seiner Ziele knüpft der III. Weg an das Dritten Reich an. So zeigt die Partei auf Plakaten bei öffentlichen Versammlungen beispielsweise recht häufig die Parole: „Arbeit Adelt“. Dies war der Leitspruch des nationalsozialistischen „Reichsarbeitsdienstes“ (RAD). Als Abgrenzung zur NSDAP unter Hitler erscheint hingegen die Forderung nach einem „Deutschen Sozialismus“. Dieser soll als „dritter Weg“ eine Alternative zu „Kapitalismus“ und „Kommunismus“ darstellen. Dabei wird an nationalrevolutionäre Ideologiefragmente des ehemaligen Strasser-Flügels der NSDAP angeknüpft, was sich auch in dem mit „national“, „revolutionär“ und „sozialistisch“ überschriebenen Selbstverständnis widerspiegelt. In einem auf Homepage vom III. Weg verbreiteten Aufruf wird Fulda neben Dresden als Opfer „des alliierten Bombenterrors“ bezeichnet. Schon seit Jahrzehnten instrumentalisieren unterschiedliche rechtsextreme Gruppen die Menschen, die bei den alliierten Bombardements gegen das NS-Regime gestorben sind. Sie wollen damit von den Verbrechen des NS-Regimes ablenken und die Deutschen als die wahren Opfer hinstellen. Besonders Dresden steht seit Anfang der 1990er Jahre im Zentrum dieses rechten Opfermythos‘. Auch in Städten wie Rostock, Hamburg oder Magdeburg haben extrem rechte Gruppen in der Vergangenheit immer wieder zu Jahrestagen der Bombenangriffe durch die Alliierten Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet.

Das Bündnis #wirsindmehr – wir sind Fulda verurteilt diesen Geschichtsrevisionismus auf das Schärfste.

Andreas Goerke, Vorsitzender von Fulda stellt sich quer: „Der Naziaufmarsch vom III.Weg in Fulda, stellt eine unerträgliche Verhöhnung der Opfer der Shoah, der Widerstandskämpfer und der Opfer des Faschismus dar. Mit unserem lauten, bunten und vielfältigen Aktionen werden wir zeigen, dass sich viele Menschen in Fulda Antisemitismus, Rassismus und rechter Hetze entgegenstellen.“

Der III. Weg will mit seiner Demonstration davon ablenken, dass Deutschland seine Nachbarn angegriffen und mit Krieg, Besatzung und Elend überzogen hat. Sie wollen davon ablenken, dass die Vernichtung der Juden von den Nationalsozialisten geplant und gezielt durchgeführt wurde. Dagegen wehren wir uns und rufen dazu auf, sich an der Gegendemonstration und großen Kundgebung zu beteiligen zu beteiligen,“ so Goerke weiter.

Wir wollen keinen braunen Spuk und keine neofaschistische Geschichtsverfälschung in unserer Stadt, deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger zum friedlichen Widerstand gegen die neofaschistische Partei der III. Weg auf – Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus so die gemeinsame Losung aller Unterstützer.

Quelle:

blog.unsere-zeit.de

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