16 | 06 | 2019

Am 6. Mai versammelten sich knapp 30 Menschen am Friedhof der bei der Befreiung Malchins und Umgebung gefallenen Rotarmisten, um dem Ende der faschistischen Terrorherrschaft und dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu gedenken. Nico Burmeister, Sprecher unserer Landesvereinigung, hielt einen Redebeitrag.

Liebe Freund*innen und Kamerad*innen,

diesen Mittwoch begehen wir in vielen Städten M-V’s den 74. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Nach sechs langen Jahren des Krieges war das Dritte Reich endlich militärisch besiegt. Der deutsche Faschismus ging unter, so schien es.

Fast ein dreiviertel Jahrhundert nach dem Ende des Krieges breiten sich menschenverachtende Ideologien in Deutschland wieder aus. Nach dem vermeintlichen Niedergang der NPD knüpften unmittelbar die Erfolge der AfD an. Längst sind rechtsextreme Einstellungen in der sogenannte Mitte der Gesellschaft wieder angekommen.

Wenn Nazis wieder in SA Manier unter Polizeischutz durch Plauen marschieren dürfen,

Wenn Rechtsextreme über die AfD in die Landtage und den Deutschen Bundestag einziehen,

Wenn täglich irgendwo in der Bundesrepublik Geflüchtete und deren Unterstützer*innen angegriffen werden,

Wenn sich Rechtsextreme augenscheinlich in der Polizei Hessens breit machen dann wissen wir,

dass „der Kampf gegen den Nazismus mit all seinen Wurzeln“, den die Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald 1945 ausriefen, immer noch nicht zu Ende ist.

Doch der Kampf für eine „neue Welt des Friedens und der Freiheit“ ist noch nicht verloren. Immer öfter gehen nicht nur ältere, sondern auch junge Menschen auf die Straße und engagieren sich für eine weltoffene Gesellschaft.

In Rostock gehen jeden Monat aufs neue vor allem Jugendliche gegen die rechten Aufmärsche der AfD auf die Straße

In Güstrow stellten sich in den letzten Monaten Jugendliche Naziaufmärschen in den Weg und waren dabei sogar in der Überzahl.

Auch waren es junge Menschen, die sich am 1. Mai in Wismar der NPD direkt in den Weg stellten, während es andere vorzogen, sich mit ihrem Alibiprotest möglichst weit von den Nazis weg zu bewegen und ihnen damit quasi die Straße überließen.

Diesen Mittwoch werden wieder hunderte Menschen, jung und Alt gemeinsam, gegen den rechtsextremen Aufmarsch der Nazis in Demmin protestieren.

Ja, die Nazis sind wieder da. Oder waren nie weg. Aber eins ist sicher: wir sind auch da. Wir lassen nicht locker, bis der Hass der Nazis und anderer Rassist*innen endgültig geächtet ist.

Wir bleiben hier und überlassen den Rechten nicht das Feld. Weder in Malchin, noch sonst wo in Mecklenburg- Vorpommern. Nicht einen Quadratmeter. Und deshalb hoffe ich, dass wir uns allealle am 8. Mai in Demmin sehen.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

Quelle:

VVN-BdA Landesvereinigung Mecklenburg-Vorpommern

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