Samstag, 21. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Nicolás Maduro am Montag vor MirafloresZehntausende Menschen haben am Montag am Präsidentenpalast Miraflores in Caracas an den ersten Jahrestag des letzten Wahlsiegs von Hugo Chávez erinnert. Am 7. Oktober 2012 hatte Chávez mit 55 Prozent der Stimmen die Präsidentschaftswahl gegen den Oppositionskandidaten Henrique Capriles gewonnen. Auf dem »Balkon des Volkes« am Palast rief er damals seinen jubelnden Anhängern zu, dies sei »ein perfekter Sieg«, Venezuela werde den Weg zum Aufbau des Sozialismus fortsetzen. Damals ahnten nur wenige, dass Chávez die neue Amtszeit, die regulär am 2. Februar 2013 begonnen hätte, nicht mehr antreten konnte. Am 5. März erlag der Comandante seinem Krebsleiden.

 

Zwölf Monate nach der historischen Kundgebung vom 7. Oktober 2012 würdigte sein Nachfolger Nicolás Maduro den Verstorbenen. Sein »einziges Verbrechen« sei es gewesen, »das Volk zu lieben und sein Leben für die Geschichte unserer Kinder und für das Recht auf Zukunft einzusetzen«. Chávez habe sich nach der Strahlentherapie zur Krebsbekämpfung keine Genesung gegönnt, sondern sich unmittelbar wieder in die Politik und in den Wahlkampf gestürzt. Maduro erinnerte in diesem Zusammenhang an die hasserfüllte Kampagne weiter Teile der Opposition, die Chávez kaum verhüllt den Tod gewünscht hatten. Trotz seiner Schwäche und Schmerzen habe der Comandante jedoch alle Hindernisse überwunden und sich dem Kampf gestellt. Das sei seine Antwort auf die Behauptungen der Bourgeoisie gewesen, dass das venezolanische Volk schwach und dumm sei: »Der Aufruf, den wir aus der Geschichte vernehmen müssen, ist, uns über Schmerzen, Schwierigkeiten und Hindernisse hinwegzusetzen, die sich uns unter irgendwelchen Umständen in den Weg stellen können.«

Die nächste Kraftprobe mit der Opposition steht unmittelbar bevor. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) will Maduro in der Nationalversammlung die Erteilung von Sondervollmachten zur Bekämpfung der Korruption und der Wirtschaftssabotage beantragen. Dazu braucht er die Zustimmung von 80 Prozent der Parlamentariern – 99 Stimmen. Das bolivarische Lager verfügt selbst jedoch nur über 98 Abgeordnete. Um diese voll zu bekommen, ist sogar Adel el Zabayar, der sich in Syrien den Regierungstruppen angeschlossen hatte, nach Venezuela zurückgekehrt. Trotzdem braucht Maduro die Unterstützung von mindestens einem Oppositionsvertreter. Um Druck auf die Regierungsgegner auszuüben, rief Maduro seine Anhänger auf, sich am Dienstag vor dem Parlamentsgebäude zu versammeln.

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