Freitag, 18. August 2017
Solidaritätsanzeige

IPPNW-Protest in Büchel. Foto: IPPNW (CC BY-NC-SA 2.0)IPPNW-Protest in Büchel. Foto: IPPNW (CC BY-NC-SA 2.0)Zu Beginn der zweiten UN-Verhandlungsrunde über das Atomwaffenverbot protestierten etwa 100 Ärzte, Ärztinnen und Studierende der IPPNW eine ganze Woche lang am Atomwaffenstützpunkt Büchel. Sie forderten den Abzug der ca. 20 NATO-Atomwaffen aus Deutschland und eine konstruktive Beteiligung der Bundesregierung an den Verhandlungen. Neben einem internationalen Symposium »Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht« mit internationalen Gästen gab es zahlreiche kreative Aktionen wie einen Flashmob direkt vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Büchel, mehreren Mahnwachen und Blockaden des Haupttors, eine Pflanzaktion auf der Friedenswiese, eine Brückenaktion mit Transparenten und Empfang der TeilnehmerInnen der Floßtour gegen Urantransporte sowie einer gemeinsamen Abschlussaktion mit dem Freiburger Friedensforum.

Beim Aktionstag am Samstag machten IPPNW-Regionalgruppen in Berlin, Hamburg, Kiel, Bremen, Gießen und Solingen zudem begleitend zum »Women's March to Rally and Ban the Bomb« in New York auf die laufenden UN-Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot aufmerksam. »Frau Merkel, unterstützen Sie ein Atomwaffenverbot«, lautete die Aufforderung an die Bundeskanzlerin auf den Transparenten. Weltweit gab es über 170 Solidaritäts-Aktionen für den Frauenmarsch.

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW nimmt die Ängste der Bevölkerung am Atomwaffenstandort in Büchel um Arbeitsplätze ernst und spricht sich für zivile Alternativen aus. Sie  sind nachhaltiger, gesünder und können eher zur sozialen Stabilität innerhalb der Region beitragen als Investitionen in Massenvernichtungswaffen. Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Bleser mitteilte, sollen für den Standort in Büchel bis 2023 mehr als 151 Millionen Euro ausgegeben werden. »Diese hohe Summe für die sinnlose gefährliche atomare Aufrüstung in zivile Projekte zu stecken, würde die Region nachhaltiger sozial und ökonomisch stabilisieren und zu einer blühenden Urlaubs- und Erholungsgegend machen«, erklärt IPPNW-Arzt Ernst-Ludwig Iskenius.

Der Vorstand der IPPNW hat auf seiner Vorstandssitzung in Büchel im Rahmen der IPPNW-Protestwoche außerdem beschlossen, jedes Jahr eine Vorstandssitzung am Atomwaffenstützpunkt abzuhalten, bis die Atomwaffen abgezogen sind.

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