Samstag, 23. Juni 2018
Solidaritätsanzeige

„Den Bologna-Prozess haben viele der Beteiligten erfahren als zunehmende Bürokratie, Vermarktwirtschaftlichung von Lehre, Lernen und Forschung sowie Unterfinanzierung der Hochschulen. Die angestrebte Internationalisierung ist weiterhin einer kleinen privilegierten Minderheit vorbehalten.

Rot, frech, radikal

Geschichte: 1968 rebelliert die Jugend und die außerparlamentarische Opposition (APO) gegen die herrschenden Zustände, am 5. Mai 1968 gründen Jung-ArbeiterInnen die SDAJ

23 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus steht in Westdeutschland die „Außerparlamentarische Opposition“ auf der Straße: Gegen die verkrusteten Strukturen in der Bundesrepublik, gegen die Alt-Nazis in Amt und Würden, gegen die Kriege des westlichen Imperialismus und gegen die fortlaufenden Angriffe auf demokratische Mitbestimmungsrechte. Denn trotz Befreiung vom Faschismus, wurde die Herrschaft der Banken und Großkonzerne nicht beendet.

Am vergangenen Wochenende fand in der Eschborner Stadthalle der 23. Bundeskongress der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) statt. 123 Delegierte berieten und diskutierten zielgerichtet und konstruktiv zwei Tage lang über die kommenden Vorhaben und wählten die Berlinerin Lena Kreymann zu ihrer neuen Bundesvorsitzenden und einen 27-köpfigen Bundesvorstand.

UZ: Die SDAJ hat sich eine neue Satzung gegeben. Seid ihr mit der alten nicht 50 Jahre gut gefahren?

Lena Kreymann: Der Beschluss, dass wir uns eine neue Satzung geben, ist schon etwas älter. Wir haben bereits vor zwei Bundeskongressen festgestellt, dass unsere Satzung in vieler Hinsicht nicht unseren Ansprüchen genügt.

Das Kabinett der Landesregierung um Armin Laschet hat am 30. Januar 2018 Eckpunkte zur Novellierung des Hochschulgesetzes NRW beschlossen. Diese lassen für Beschäftigte und Studierende nichts Gutes erwarten. In der Einleitung zu ihren Eckpunkten für die Novelle formuliert das Kabinett, das Hochschulgesetz müsse geändert werden, um „die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein qualitativ hochwertiges und zugleich erfolgreiches Studium, für die Exzellenz des Hochschulstandorts NRW sowie für freie wissenschaftliche Kreativität an unseren Hochschulen“ zu verbessern.

„Wenn du dich nur genug anstrengst, kannst Du alles erreichen“. Das ist ein Satz, den Schüler schon seit der ersten Klasse immer wieder zu hören bekommen. Deutschland ist doch ein freies Land! Hier zählt nicht, woher du kommst! Oder?

Doch wissenschaftliche Studien beweisen regelmäßig das Gegenteil. Erst im Dezember 2017 wurde die ,,Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung“, kurz IGLU, veröffentlicht. Die Ergebnisse der deutschen Grundschüler waren schockierend.

In Kassel kämpfen SchülerInnen gemeinsam gegen die Unterfinanzierung ihrer Bildung. 1.000 sind deswegen Streiken gegangen. POSITION hat sich mit ihnen unterhalten und die AktivistInnen begleitet.

Es ist Montagmorgen und es ist kalt. Paul, Lukas und Marie-Luise, die von allen nur M-L genannt wird, stehen vor der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel.

Die drei besuchen eigentlich eine andere Schule, aber dort werden sie heute nicht hingehen. Denn heute ist kein normaler Montagmorgen an Kassels Schulen. Paul, Lukas und M-L stehen vor der Heinrich-Schütz-Schule, weil sie dazu aufrufen wollen, auch hier heute nicht zur Schule zu gehen. Paul dreht die Musik auf, die sie über eine Box laufen lassen. M-L hält das Megafon hoch und ruft den ankommenden Schülern zu: „Heute ist Schulstreik! Heute demonstrieren wir für mehr Geld für Kassels Schulen! Kommt mit!“.

Wohnungssuche im Kapitalismus

Zur Zeit sind wieder einmal tausende junge Menschen auf Wohnungssuche. Zum einen hat das neue Ausbildungsjahr begonnen und was wäre schöner, als nun endlich in eine eigene WG oder Wohnung zu ziehen? Zudem ist auch bald Semesterbeginn und tausende Studierende sind auf der Suche nach einer Bleibe.

Der von der alternativen Hochschulgewerkschaft unter_bau in Frankfurt/M. ausgerufene Aktionstag »Lebendiger Campus« am Donnerstag, den 18. Mai, hat gezeigt, dass es gelingen kann, hochschulpolitische Anliegen campusübergreifend zu verbinden. Kern des Aktionstags war eine von der Fachschaft Medizin organisierte Demonstration, bei der ca. 250 Leute für eine bessere Bezahlung im Praktischen Jahr protestierten. Der Demonstrationszug startete am Campus Niederrad und endete mit einer Kundgebung auf dem Campus Westend. Dort gab es die Möglichkeit, sich beim Protestcafé mit anderen Initiativen zu vernetzen. Der Tag klang bei Essen und Getränken sowie mit einem musikalischen Programm aus.

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