Mittwoch, 20. September 2017
Solidaritätsanzeige

Noch immer ziehen Tausende täglich am offenen Sarg vorbeiVenezuelas geschäftsführender Präsident Nicolás Maduro hat während der Eröffnung der Internationalen Buchmesse Venezuela 2013 informiert, dass sich russische und deutsche Experten skeptisch über die Möglichkeit einer Einbalsamierung des in der vergangenen Woche verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez geäußert haben. Die Entscheidung dafür hätte »sehr viel früher« getroffen werden müssen, sei die erste Einschätzung der Fachleute gewesen. Allerdings sei die Entscheidung für eine Einbalsamierung ja nicht vor dem Tod des Präsidenten getroffen worden, sondern das Ergebnis der auch für die Regierung in diesen Ausmaßen überraschende Welle der Trauer. Die Idee der Einbalsamierung sei unter den in den kilometerlangen Schlangen wartenden Trauernden geboren worden. Auch einige der Staatschefs, die zu der offiziellen Trauerfeier am vergangenen Freitag gekommen waren, hätten sich entsprechend geäußert.

Maduro rief seine Landsleute zu Verständnis auf, wenn die angestrebte dauerhafte Aufbahrung im gläsernen Sarg nicht durchführbar sei: »Mehr als seinen physischen Körper müssen wir den Comandante in unserer ewigen Erinnerung behalten, vor allem die Generation, die ihn gehört, berührt, gesehen hat. Wir müssen sein Bild, seine Stimme, seine Gedanken lebendig halten-«

Am Freitag wird der Leichnam des verstorbenen Präsidenten in das Militärhistorische Museum von Caracas in dem für seine kämpferischen Traditionen bekannten Stadtviertel 23 de Enero überführt. Erwartet wird, dass wieder Hunderttausende die Straßen säumen werden. Unter anderem hat auch Boliviens Staatschef Evo Morales angekündigt, zu der Zeremonie noch einmal in die venezolanische Hauptstadt zu kommen.

In seiner Ansprache am Mittwoch abend fand Maduro auch Zeit, die Papstwahl in Rom zu kommentieren. Scherzhaft sagte er, Chávez habe wohl seinen Einfluss im Himmel geltend gemacht, damit die Entscheidung für einen Südamerikaner gefallen sei. »Wir wissen ja, dass unser Comandante sich auf diese Höhen begeben hat und nun Angesicht zu Angesicht bei Christus sitzt. Im Himmel gibt es anscheinend eine neue Hand, so daß Christus sagte, dass nun die Stunde Südamerikas da sei. Als nächstes wird dann sicherlich im Himmel eine verfassunggebende Versammlung einberufen, um die Kirche auf der Erde neu zu gründen, denn die Kirche muß eine Kirche des Volkes sein.«

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