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Wirtschaft & Gewerkschaft

Für die rund 25.600 Beschäftigten in den Warenhäusern Kaufhof und Karstadt sowie Karstadt Sports und Karstadt Feinkost hat sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit den Arbeitgebern auf eine Tariflösung verständigt. Für Kaufhof und Karstadt Warenhaus, die im Januar 2020 verschmolzen werden, wurde ein Tarifvertrag vereinbart. Für Karstadt Sports und Karstadt Feinkost wurden verbindliche Eckpunktepapiere vereinbart, die eine verbindliche Rückkehr zum Flächentarifvertrag fest vereinbaren.

"Wir haben heute nach schwierigen und langen Verhandlungen einen für die Zukunft der Beschäftigten wichtigen Tarifvertrag abgeschlossen. Wir haben für die nächsten fünf Jahre eine umfassende Standort- und Beschäftigungssicherung vereinbart sowie die verbindliche und vollständige Rückkehr in die Flächentarifverträge des Einzelhandels ab Januar 2025. Für die Beschäftigten von Karstadt Warenhaus, Karstadt Sports und Karstadt Feinkost wird es im nächsten Jahr zudem eine Tarifsteigerung von mindestens 10,47 Prozent geben. Erreicht haben wir auch Regelungen zur Begrenzung der Fremdvergabe der Verkaufsflächen, zur Mindestbesetzung in den Filialen sowie eine verbindliche Verpflichtung zum Abschluss eines Tarifvertrags "Gute und gesunde Arbeit". Das ist angesichts der Personalknappheit und gesundheitlichen Belastungen für die Beschäftigten ein extrem wichtiger Punkt. Wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage der Unternehmen enthält der Abschluss aber auch schmerzhafte Punkte. Wir konnten Eingriffe in die monatlichen Entgelte abwehren, aber die Beschäftigten von Kaufhof, Karstadt Warenhaus und Karstadt Sports müssen auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Umso mehr erwarten sie von Eigentümer und Management, dass sie alles dafür tun, Kaufhof und Karstadt für die Zukunft gut aufzustellen", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Orhan Akman, ver.di-Verhandlungsführer, fügte hinzu: "Um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, braucht es unter anderem dringend notwendige Investitionen. Wir haben erreicht, dass bis September 2020 mindestens 700 Millionen Euro in das Unternehmen verbindlich investiert werden. Außerdem ist vereinbart, dass auch Management und leitende Angestellte ihren Beitrag zur Sanierung leisten. Die Stärke des Warenhauses gegenüber dem Onlinehandel ist motiviertes Fachpersonal. Die Beschäftigten haben immer wieder
klargemacht: Wertschätzung drückt sich auch durch Tarifbindung aus. Deswegen ist die Rückkehr in die Tarifbindung sowie die vereinbarte Mitsprache bei der künftigen Ausrichtung des Warenhauses ein Riesenerfolg. ver.di erwartet, dass die Geschäftsführung nun die Stärken des Warenhauses zusammenführt und die stationären und Online-Vertriebskanäle sinnvoll ausbaut und vernetzt."

Der Tarifvertrag für Kaufhof und Karstadt Warenhaus gilt für fünf Jahre (Ende Laufzeit: 31. Dezember 2024) und sieht im Detail vor:

Im November 2018 war der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt erfolgt. Karstadt war 2013 aus der Tarifbindung ausgestiegen. Für die Beschäftigten bei Karstadt Warenhaus galt seit Ende 2016 ein sogenannter Zukunftstarifvertrag. Die Entgelteinbußen für die Beschäftigten belaufen sich bei Karstadt Warenhaus aktuell auf ein Minus von 15,65 Prozent zur Fläche, bei Karstadt Sports und Karstadt Feinkost auf ein Minus von 18,17 bzw. 7,3 Prozent. Kaufhof war im Frühjahr 2019 aus der Tarifbindung ausgestiegen. Dort beläuft sich das Minus zur Fläche auf drei Prozent. Eine Verkäuferin Einzelhandel verdient im sechsten Berufsjahr in Vollzeit laut Tarifvertrag rund
2.600 Euro brutto monatlich. Für den Einzelhandel gelten regionale Flächentarifverträge.

Bei Kaufhof und Karstadt Warenhaus arbeiten in insgesamt 173 Filialen und der Zentrale knapp 22.200 Beschäftigte. Bei Karstadt Sports (30 Filialen) arbeiten rund 1.200 Beschäftigte. Bei Karstadt Feinkost (51 Filialen) arbeiten rund 2.200 Beschäftigte.


Quelle:

ver.di

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