Die am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Beschäftigten in Deutschland sind diejenigen, die sich in Befristung, Leih- oder Zeitarbeit und anderen prekären Arbeitsverhältnissen befinden. Sie sind es, die als aller erstes mit Lohnverzicht oder gar einem Arbeitsplatzverlust konfrontiert werden. Besonders betroffen sind alleinerziehende Mütter und MigrantInnen.

Das Fehlen einer betrieblichen Interessenvertretung (wie einem Betriebsrat oder einer Jugendvertretung), einer Arbeitsplatzsicherheit oder gewerkschaftlicher Verankerung im Betrieb, macht es den Kolleginnen und Kollegen in prekären Beschäftigungsverhältnissen ungemein schwierig, sich gegen die Angriffe ihrer Bosse zur Wehr setzen zu können.

Hinzu kommt die finanzielle Unsicherheit, die ein schlecht bezahlter und befristeter Job meist mit sich bringt. Finanzielle Reserven sind kaum möglich, an Kredite zu guten Konditionen ist nicht zu denken, und in einer Krisen-Situation (wie der jetzigen), ist man voll aufgeschmissen.

Arbeitet man in Bereichen, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind (z.B. der Gastronomie), wird man sehr häufig ohne Lohnfortzahlung Nachhause geschickt. Insgesamt ist die prekäre Arbeitswelt von sozial- und arbeitsrechtlicher Willkür geprägt. Den Beschäftigten werden sog. Aufhebungsverträge zum Unterzeichnen „aufgezwungen“, die bewirken, dass das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet wird. Gerade bei Migrantinnen und Migranten werden vorhandene Sprachbarrieren von Arbeitgebern ausgenutzt, um Rechtsnormen zu umgehen oder sich den Beschäftigten mittels solcher Aufhebungsverträge zu entledigen.

In Bereichen wie der Gesundheitsbranche oder dem Einzelhandel, die durch die Corona-Pandemie besonders beansprucht werden, wird ein hoher Arbeitsaufwand von den Beschäftigten eingefordert. Flexibilisierung der Arbeitszeit, lange Arbeitstage und Stress auf der Arbeit sind hier die Folgen für Beschäftigte. Eine bessere Vergütung springt meist aber nicht dabei raus.

Die Existenzgefährdung ist für viele Prekär-Beschäftigte in Deutschland zur Realität geworden. Aus Abhängigkeit und Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, hält man gegenüber seinem Chef lieber den Mund und hofft, dass man es irgendwie durch diese schwierige Zeit schafft.

Gerade jetzt jedoch gilt es, sich zusammenzuschließen und gegen die Angriffe des Kapitals zu kämpfen! Der Klassengegensatz ist in Zeiten von Corona nicht aufgehoben, er hat sich verschärft.
Tretet in die Gewerkschaften ein, solidarisiert euch mit euren Kolleginnen und Kollegen, helft euch gegenseitig!

Wir fordern:

  • Starke finanzielle Unterstützung für alle ArbeitnehmerInnen und besonderer Kündigungsschutz in Zeiten von Corona!
  • Verbot von Leih-, Zeit-, und Kurzarbeit!
  • Für die „kurze Vollzeit“ – 30 Stundenwoche bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich!
  • Erhöhung des Mindestlohns auf mind. 12€/Std.!

Quelle:

SDAJ - Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

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