Mahnwache in Augsburg. Foto: RedGlobeWohl mehr als 1100 Flüchtlinge sind allein in den vergangenen sieben Tagen auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Am heutigen Montag sind weitere 300 Menschen auf Booten im Mittelmeer in Seenot geraten, mindestens 23 Personen starben. Als Reaktion auf die von der Abschottungspolitik der EU provozierten Tragödien kam es heute daher zu mehreren teils noch andauernden Trauerkundgebungen in verschiedenen deutschen Städten wie Würzburg, München und Augsburg, an denen jeweils mehrere hundert Menschen teilnahmen. Auch in anderen Ländern Europas kam es zu Mahnwachen und Trauerkundgebung für die ertrunkenen Flüchtlinge.

Die Aktivisten fordern von der EU, endlich wieder eine Seenotrettung für gekenterte Flüchtlingsboote einzurichten, so wie es Italien 2013 und 2014 mit »Mare Nostrum« durchführte, jedoch letztlich wegen mangelnder Unterstützung durch die EU einstellte. Das EU-Programm »Triton« hingegen erfüllt lediglich den Zweck, die EU-Außengrenzen noch weiter als bisher abzuschirmen und Flüchtenden den Weg in die EU unmöglich zu machen.

Auf verschiedene Weise üben Initiativen wie Medien Kritik an der Europäischen Union. So erklärte das »Zentrum für politische Schönheit«, das vor einigen Monaten den »ersten europäischen Mauerfall« durch das Einreißen eines Grenzzauns in Osteuropa organisieren wollte, in einer abfälligen Gratulation an die EU: »Wofür die DDR 28 Jahre brauchte, das schafft Europa in einer einzigen Woche: über 1000 Mauertote! Die EU-Kommission und der deutsche Innenminister zeigen sich zutiefst betroffen über die eigene unmenschliche Politik der militärischen Abriegelung.«

Für Aufsehen sorgte bereits eine Mahnwache in Augsburg, die am Sonntag begann. Die Initiative »Colorful Augsburg« rief unter dem Motto »400 Minuten für 400 Flüchtlinge« zu einer siebenstündigen Trauerkundgebung auf. Mit dem Bekanntwerden des erneuten Dramas am Sonntagmittag verlängerten die Aktivisten ihre Aktion bis 4 Uhr morgens. Insgesamt nahmen nach Angaben der Veranstalter über 100 Menschen an der Aktion teil, von denen etwa 10 bis 15 die Nacht über ausharrten.

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