Der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation ruft die Parlamente ausländischer Staaten und die Völker der Welt auf, das unschätzbare Gemeingut der menschlichen Zivilisation – den im Zweiten Weltkrieg errungenen Sieg der Kräfte der Antihitlerkoalition sowie aller, die an ihrer Seite gegen den gemeinsamen Feind – Nazismus und seine Mithelfer – kämpften, erneut zu bedenken.

Unter Betonung besonderer Bedeutung der Antihitlerkoalition als einer einmaligen historischen Vereinigung von Staaten mit unterschiedlichen politischen Systemen gegen die allgemeinmenschliche Bedrohung begrüßt der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation die gemeinsame Erklärung des Präsidenten der Russischen Föderaton W.W.Putin und des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika D.Trump aus Anlaß des 75.Jahrestag des Treffens an der Elbe vom 25.April 2020, wo, unterem anderem, unterstrichen wird: „Der Geist der Elbe“ ist ein Beispiel dafür, wie unsere Länder Unstimmigkeiten beiseite legen, Vertrauen aufbauen und im Namen eines gemeinsames Ziels kooperieren können“.

Der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation unterstützt ab dem Jahr 2005 eine jährliche Verabschiedung durch die Vollversammlung der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) der Resolution „Kampf gegen die Heroisierung des Nazismus, Neonazismus und andere Handlungen, die die Eskalation von modernen Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, des Fremdenhasses und der damit verbundenen Intoleranz fördern“, sowie den Vorschlag zur Verabschiedung der Resolution der UN-Vollversammlung im Zusammenhang mit dem 75.Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, zu deren Mitautoren schon etwa 40 UNO-Mitgliedsstaaten zählen.

Dieser Krieg ist zum blutigsten in der Menschheitsgeschichte geworden. Es gab unzählige Opfer unter der Zivilbevölkerung. Millionen einfacher Menschen, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen wurden allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit bestimmten Nationalitäten vernichtet.

Der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation erinnert daran, dass die Taten von nazistischen Hauptverbrechern, die die komplette Fülle der Verantwortung für die Entfesselung und Führung des Zweiten Weltkrieges tragen, durch das Internationale Militärtribunal für die Verurteilung und Bestrafung der Hauptmilitärverbrecher europäischer Länder der Achse (Nürnberger Tribunal) als verbrecherisch eingestuft wurden. Der Beschluss des Tribunals ist im Grunde genommen zum wichtigsten entscheidenden Punkt in der Einschätzung sowohl der Ursachen, als auch des Ausgangs des Krieges geworden, indem deutlich festgelegt wurde, wer recht und wer unrecht hat, wer schuldig und wer unschuldig ist, wer die Verbrecher und wer deren Opfer sind.

Der Zweite Weltkrieg ist eine bedeutende und komplizierte Periode der neuesten Geschichte. Die Erforschung ihrer Geschehnisse ist längst nicht abgeschlossen. Eine große Rolle gehört darin den Historikern aus verschiedenen Ländern. Der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation weiß ihre Anstrengungen im Namen der historischen Wahrheit zu schätzen, hat Verständnis für die diese Tätigkeit begleitenden Diskussionen, erklärt aber dabei mit voller Verantwortung, dass prinzipielle Einschätzung der verbrecherischen Tätigkeit der Nazianführer, die durch das Nürnberger Tribunal formuliert und von der UN-Vollversammlung bestätigt wurde, nicht vergessen werden darf.

Die Staaten, auf deren Hoheitsgebieten sich die Schlachten des Zweiten Weltkrieges ereignet hatten, tragen eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Denkmäler für die heldenhaften Sieger. In diesem Zusammenhang ruft der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation die Parlamente ausländischer Staaten und die Völker der Welt auf, die Initiative der Anerkennung des Sieges über den Nazismus im Zweiten Weltkrieg als Welterbe der Menschheit sowie der Denkmäler für die Kämpfer gegen den Nazismus in allen Ländern als gemeinsames Mahnmal der Menschheit anzuerkennen, was von vielen interparlamentarischen Organisationen schon gemacht wurde.

Jegliche Versuche, gleiche Verantwortung für die Entfesselung des Krieges den Nazi-Verbrechern und den Ländern der Anti-Hitler-Koalition zuzuschreiben, die Nazi-Verbrecher und ihre Mitläufer zu rechtfertigen, sind nicht nur eine Geschichtsklitterung. Sie sind von der Natur her nicht legitim und unmoralisch, lästern die Erinnerung an die Befreier der Welt vom offensichtlichen und juristisch nachgewiesenen Übel.

Der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation beurteilt entschlossen das Anstreben einzelner politischen Kräfte der Welt, die wirklichen Schuldtragenden des Krieges zu entlasten, die Rolle der UdSSR bei der Zerschlagung des Nazismus zu verniedlichen, diejenige, die den Befreiern an der Seite der hitlerischen Henker gegenüberstanden, dem nazistischen Besatzungsregime in den europäischen Ländern dienten, sich am ungeheuerlichen Holocaust und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligten, zu rehabilitieren.

75 Jahre in der Geschichte der Menschheit sind nicht die längste Periode, doch die Lehren dieses Teils der Geschichte, die noch in Erinnerung derer, die diese mit eigenen Heldentaten bestimmt hatten, lebendig bleibt, dürfen nicht vergessen werden, sonst drohen ihre schlimmsten Seiten sich zu wiederholen. Niemand hat das Recht, die Erinnerung an die Vorfahren zugunsten kleinlicher und sich rasch verändernder politischer Konjunktur, wie verlockend sie auch zu scheinen mag, zu verraten.

Der Föderationsrat der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation richtet an die Parlamente ausländischer Staaten und die Völker der Welt den Appel, Entstellungen historischer Wahrheit nicht zu zulassen, der Verehrung ehemaliger Mitglieder der Organisation „Waffen-SS“, der nazistischen, faschistischen, sich als Bandera-Anhänger positionierenden und ähnlichen nationalistischen Bewegungen sowie deren Nachfolgern und Fortsetzern entgegenzuwirken sowie jene zur Verantwortung zu ziehen, die das Gedenken an die Befreiungskämpfer beleidigen, die Ablehnung des Holocaust sowie der Vernichtung durch Nazis der sogenannten nicht-arischer Völker zulassen und nazistische Henker verehren. Zu unserer gemeinsamen Pflicht gehört nicht nur das Gedenken an die für die Freiheit und den Frieden auf der Erde Gefallenen zu wahren, sondern mit aller Kraft jene gerechte Sache zu verteidigen, für die sie kämpften und ihre Leben opferten. Erst dann werden wir eine Chance haben auf eine gemeinsame Zukunft, die von Kriegen, Menschenhass und Feindschaft frei ist.

Quelle:

Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland

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