Sonntag, 22. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Wahlkampfauftakt von Rafael CorreaVon den acht Bewerbern, die am 17. Februar für das höchste Staatsamt Ecuadors kandidieren, sehen sich sieben schon in der zweiten Runde, der Stichwahl zwischen den beiden Erstplazierten, sofern keiner der Bewerber bereits in der ersten Runde mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht. Praktisch alle Umfragen sehen bislang jedoch Amtsinhaber Rafael Correa mit deutlichem Vorsprung in Front. Der Kandidat der Alianza PAIS kann sich auch durchaus Hoffnungen machen, bereits im ersten Wahlgang bestätigt zu werden. Das Institut Perfiles de Opinión etwa prognostizierte ihm am 21. Dezember nicht weniger als 60,6 Prozent, ein Vorsprung von fast 50 Punkten vor dem Zweitplazierten Guillermo Lasso mit 11,2 Prozent. Opinión Pública sah Correa am 1. Dezember bei 51 Prozent, auch hier lag Lasso mit 14 Prozent auf Platz 2.

Zum Wahlkampfauftakt am Freitag trat Staatschef Rafael Correa an einem Tag gleich in drei Provinzen Ecuadors auf (Pichincha, Santo Domingo de los Tsáchilas und Manabí). Auftakt war morgens um 6 Uhr auf dem Großmarkt der Hauptstadt Quito. »Wir wollten unsere Kampagne mit einer ganz einfachen Veranstaltung eröffnen, aber in Begleitung der Armen, die unsere bevorzugte Option sind, in Begleitung der Arbeiterklasse, der informellen Arbeiter«, erläuterte Correa. Er rief dazu auf, das heutige Ecuador mit dem Land zu vergleichen, das er vor fünf Jahren übernommen habe: »Heute gibt es Straßen, Schulen, Gesundheitsversorgung. Niemals wieder werden wir erlauben, dass uns unsere Grundrechte gestohlen werden. Heute wird nicht mehr für den Schulbesuch bezahlt, sondern die Kinder bekommen ihre Lernmittel und die Schuluniformen. Der Haushalt wurde damals für die Bezahlung der Auslandsschulden benutzt, doch heute sind die Sozialausgaben dreimal höher als damals.«

Scherzhaft lud er seine Anhänger ein, nicht darauf zu verzichten, sich die T-Shirts, Bonbons und andere Süßigkeiten abzuholen, »die in diesen Wahlkampfzeiten die anderen Kandidaten sicherlich verteilen werden«. Wenn möglich, solle man ihm was mitbringen, so Correa, »aber im Augenblick der Wahl wählt alle Liste 35 - keine Stimme denjenigen, die das Land ausgeplündert haben, die uns in Rückständigkeit und Unterentwicklung getrieben haben!«

Zudem rief Correa dazu auf, seiner Liste eine klare Mehrheit in der Nationalversammlung zu verschaffen. Das Gerede von der Gewaltenteilung und von den Vorteilen, eine Opposition zu haben, diene nur dazu, das Volk zu spalten.

Gegen Mittag eröffnete auch der frühere Staatschef Lucio Gutiérrez seine Kampagne. Er liegt in den Umfragen zwischen drei und zehn Prozent und damit in den meisten Prognosen auf dem dritten Platz. Vor rund 50 Anhängern im Süden Quitos versprach er Steuersenkungen und die Einführung der Visapflicht für Ausländer sowie die Legalisierung des Waffenbesitzes. Zudem schlug er die Bildung von Eliteeinheiten der Polizei und der Streitkräfte zur Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung vor.

Guillermo Lasso, der derzeit Zweitplazierte, zeigte sich bei seiner offenbar nur mäßig besuchten Auftaktkundgebung siegessicher. Er werde in der zweiten Runde gegen Correa antreten. Dieser habe bereits Angst vor ihm und deshalb vom Parlament die Genehmigung beantragt, Wahlkampf führen zu dürfen, was ihm als Staatschef eigentlich untersagt ist. Der ecuadorianische Kongress hatte ihm diese Genehmigung vor wenigen Tagen erteilt.

Nicht in Quito, sondern in Loja eröffnete Alberto Acosta seinen Wahlkampf. Der im Ausland als »linke Alternative« zu Correa hofierte Politiker wird von der maoistischen Demokratischen Volksbewegung (MPD) und der Indígena-Partei Pachakutik unterstützt. Seine Kandidatin für das Vizepräsidentenamt. Marcia Caicedo, kündigte eine Klage gegen den Nationalen Wahlrat (CNE) an, weil dieser ungerecht über die Wahlkampfkostenunterstützung entschieden habe. Da ihre Allianz aus zwei Parlamentsparteien bestehe, stehe ihr die doppelte Summe zu. »Dies ist ein ungerechter Wahlkampf, denn wir haben nicht die Scheckbücher der Banco del Barrio, und auch nicht die Mittel des reichsten Manns des Landes, Álvaro Noboa, aber wir haben einen Einheitsprozess und rechnen mit der Unterstützung der Ecuadorianer.« Die Umfragen sehen Acosta derzeit zwischen 2,8 und 8 Prozent.

Álvaro Noboa, der mit derzeitigen Umfragewerten um zwei Prozent Correa kaum gefährlich werden dürfte, setzte bei seinem Wahlkampfauftakt auf Werbegeschenke und verteilte Luftballons, Puppen, Kalender und Geld an die Einwohner der Provinz El Oro. So drückte er einem Behinderten 200 Dollar in die Hand, damit dieser sich als »Verkäufer von Handykarten« selbständig machen könne. Gegen alle bekannten Umfragen behauptete Noboa, derzeit bei 26 Prozent zu stehen und in der Stichwahl gegen Correa anzutreten, der demnach bei 32 Prozent liege.

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