Alexis TsiprasOffenbar am Widerstand des Linksbündnisses Syriza ist am heutigen Sonntag in Athen ein weiterer Versuch gescheitert, eine Regierungskoalition zu bilden. Staatspräsident Karolos Papoulias hatte die Chef der drei Parteien eingeladen, die als stärkste aus den Wahlen vom 6. Mai hervorgegangen waren: die konservative ND, die linke Syriza und die sozialdemokratische PASOK.

Nach stundenlangen Gesprächen kritisierte Syriza-Chef Alexis Tsipras die anderen Parteichef. Diese seien nicht an einem Abkommen mit Syriza interessiert, »sie verlangen von uns, Partner ihrer Verbrechen zu werden, aber wir werden nicht ihre Komplizen sein«, erklärte Tsipras.

Zuvor hatte Tsipras für Verwirrung gesorgt, als er sagte, Syriza müsse in keine Koalition eintreten, da ND, PASOK und Demokratische Linke (DIMAR) doch eine Mehrheit hätten. Bei Journalisten wurde das so interpretiert, als hätten sich diese drei Kräfte geeinigt. Doch das wütende Dementi von DIMAR folgte prompt. Man habe immer gefordert, Syriza müsse in so ein Bündnis eingebunden werden, und dabei bleibe man.

Damit werden Neuwahlen in Griechenland immer wahrscheinlicher.