Mittwoch, 20. September 2017
Solidaritätsanzeige

comunistaWir dokumentieren nachstehend eine am 24. August veröffentlichte gemeinsame Erklärung zahlreicher kommunistischer und Arbeiterparteien aus aller Welt gegen den von der EU und der estnischen Regierung verbreiteten Antikommunismus.

Die kommunistischen und Arbeiterparteien verurteilen die antikommunistischen Festspiele der estnischen EU-Präsidentschaft im Rahmen des sogenannten »Europäischen Gedenktages für die Opfer der totalitären Regime«, wie ihn die EU in den vergangenen Jahren am 23. August etablieren wollte. Das antikommunistische Treffen zielt darauf ab, den Sozialismus und seine beispiellosen Errungenschaften für die Arbeiter zu verleumden, die Geschichte zu verfälschen, auf unhistorische und inakzeptable Weise den Kommunismus mit dem Ungeheuer des Faschismus und seinen Gräueltaten gleichzusetzen.

Frage: Was halten Sie von dem am 29. Juli in Sinimäe im Nordosten Estlands stattgefundenen Jahrestreffen der Veteranen der estnischen 20. Waffen-SS-Division, an dem sich neben den einstigen SS-Soldaten auch Mitglieder von Bestrafungseinheiten, die außerhalb Estlands gehandelt hatten, und Nazi-Mithelfer sowie ihre jungen Anhänger beteiligten?

Antwort: Wir können bestätigen, dass auch in diesem Jahr in Sinimäe ehemalige SS-Soldaten geehrt wurden, die sich bei der Zustimmung der estnischen Behörden als nationale Helden und „Freiheitskämpfer“ erklären.

Nazitreffen in SinimäeMit Empörung und Enttäuschung hat die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten auf das Verhalten der estnischen Regierung reagiert, trotz internationaler Proteste auch in diesem Jahr das am Wochenende geplante Treffen von ehemaligen Angehörigen der 20. estnischen SS-Division in Sinimäe zu genehmigen. Die FIR und die  Veteranenverbände, Europaabgeordnete sowie Demokraten aus vielen Ländern haben auf vielen Wegen der estnischen Regierung in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass die Genehmigung solcher Aufmärsche faktisch eine Rehabilitierung der SS-Verbrechen darstellt, die von der internationalen  Völkergemeinschaft nicht hingenommen werden kann. Doch völlig unbeeindruckt von  solchen Protesten hatte der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves Anfang Mai diesen Jahres selber die Veteranen der SS-Verbände als »Kämpfer für die Freiheit Estlands« gewürdigt.

Toomas Hendrik IlvesEstlands Präsident Toomas Hendrik Ilves hat am Samstag vor seiner Abreise zur Siegesfeier nach Moskau der im Zweiten Weltkrieg getöteten estnischen Soldaten gedacht, darunter der Angehörigen einer Nazi-SS-Division. Der Staatschef sprach auf einer Kundgebung, die vom Bund der Kämpfer um die Befreiung Estlands veranstaltet wurde. Zu dieser Organisation gehören Soldaten des Zweiten Weltkrieges, die auf der Seite des faschistischen Deutschland gekämpft haben. Größtenteils sind das Veteranen der 20. estnischen Division der Waffen-SS.

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