24 | 05 | 2019

Die Gleichheit und der Kampf für den Aufbau des Sozialismus ist die zentrale Achse, die die Kommunistische Partei Luxemburgs im politischen Kontext Europas verteidigt. Darum bedeutet für deren Vorsitzenden Ali Ruckert, nach Kuba zu kommen, die Fortschritte der karibischen Nation beim Erreichen einer gerechteren Gesellschaft mit eigenen Augen zu sehen. Über dieses und andere Themen hatte Granma die Gelegenheit, mit ihm während seines jüngsten Besuchs auf der Insel zu sprechen.  

Vor welcher Herausforderung steht eine kommunistische Partei in einem Land der Ersten Welt?

„Sie beruht auf der Verbreitung der bürgerlichen Ideologie, insbesondere in den Schulen und in der Wirtschaft, folglich ist Antikommunismus im Überfluss vorhanden. Das Kapital unternimmt viele Anstrengungen, um die Kräfte zu teilen. Man kann sehen, wie einige Sektoren bevorzugt werden und andere gar nichts erhalten. Vor vierzig Jahren war Luxemburg ein produktiver Eisen- und Stahlgewinnungsstaat, dann kamen die Banken und das hatte negative Auswirkungen, weil die Gewerkschaftstradition Schaden nahm und es immer schwieriger wurde, Menschen zu organisieren. Die Gewerkschaften sind auch unternehmensfreundlich geworden, und das wirkt sich auf unsere Sache aus.

Die gegenwärtige Arbeiterklasse ist diejenige, die im Dienstleistungssektor arbeitet, weil sich dort jene konzentrieren, die von einem Gehalt leben. Dies ist eine für Luxemburg sehr typische Herausforderung, da die Hälfte der Bevölkerung nicht dort gebürtig ist und aus Portugal, Deutschland, Frankreich und anderen Ländern stammt. Täglich überqueren Tausende von Einwanderern die Grenze, um in unsere Nation zu gelangen, und die Hauptstadt trennt die Menschen nach ihrer Sprache.

Das Patronat stellt uns gegeneinander auf, und der Kommunismus, der von niemandem finanziert wird, da er heute keine parlamentarische Kraft ist, hat die Pflicht, diese geteilte Arbeiterklasse weiterhin zu vertreten. Durch unsere eigenen Zeitungen versuchen wir Einfluss zu nehmen, weil wir keinen Zugang zu anderen wichtigen Medien haben und die bürgerlichen Zeitungen uns ablehnen“

Wie könnte angesichts der gegenwärtigen Krise des Kapitals in Europa die Linke diese Situation zum Erreichen ihrer Ziele nutzen?

„Ende Mai werden alle europäischen Länder Wahlen zum Europäischen Parlament abhalten, und unsere Partei präsentiert sich mit einem Programm, das eindeutig die Europäische Union beseitigen will, da diese nicht reformierbar, weil vom Kapital abhängig, ist. Die andere Linke in Luxemburg sagt etwas anderes. Besonders die Sozialdemokraten planen nur kosmetische Verbesserungen. Wir müssen das, was existiert, beseitigen und dann zugunsten der benachteiligten Menschen neu beginnen.“

Wie schätzen Sie die Situation in Bezug auf den Brexit ein?

„Die britische Bourgeoisie ist gespalten, ein Teil will in der Union bleiben und ein anderer nicht, in beiden Fällen aufgrund wirtschaftlicher Interessen. Daher die Situation der Instabilität, die im Vereinigten Königreich vorherrscht. Europa will, dass kein Brexit stattfindet, aber es gibt verschiedene Kriterien: In der Vergangenheit waren die Briten Vertreter der Vereinigten Staaten innerhalb des Kontinents und das verhinderte den Fortschritt der Integration. Die fortschrittlichen Kräfte in Großbritannien stimmen auch mit dem Brexit überein, da sie ihren Klassenkampf gegen die Regierung und nicht gegen eine stärkere Europäische Union führen würden.“

Wäre eine Europäische Union denkbar, die mehr nach links orientiert und unabhängig von den USA wäre?

„Eine linke Europäische Union wird es nicht geben, weil die EU zugunsten des Kapitals geschaffen wurde. Lenin sagte, dass diese Integration immer reaktionär sein würde, das heißt, dass nur auf der Grundlage der Veränderungen in den Ländern eine andere Art der Zusammenarbeit entwickelt werden kann, nicht auf 25 Länder beschränkt, sondern auf ganz Europa bezogen.“

Welche Rolle spielt Kuba für die europäischen Kommunisten beim Aufbau des Sozialismus?

„Kuba ist ein Land, das die Machbarkeit der von uns verfolgten Ziele demonstriert, obwohl es weit von Europa entfernt ist und sich hinsichtlich der Bedingungen unterscheidet. Aber hier existieren die grundlegenden Merkmale des Sozialismus. Es ist sehr interessant zu sehen, wie Kuba diesen Weg fortsetzt, obwohl der große Nachbar aus dem Norden versucht, all das zu zerstören.

Für die Kommunisten ist die Solidarität mit Kuba ein großer Teil unserer Arbeit, vor allem unter den gegenwärtigen Umständen. Dies bedeutet nicht, dass wir mit allem einverstanden sind, aber wir sehen das Ganze und deshalb praktizieren wir diese Gemeinschaft. Wir wissen, was Kuba für Lateinamerika darstellt: Es ist ein Leuchtfeuer, eine Alternative, die beibehalten werden muss."

Quelle:

Granma Internacional


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