18 | 08 | 2019

Die Sommerferien rücken immer näher. Während die einen schon seit geraumer Zeit wissen, wo sie ihren Urlaub verbringen werden, sind andere noch beim Grübeln, wohin die Reise eventuell führen kann, ob sie sich Ferien überhaupt leisten können. Vielen wird dies sicherlich nicht möglich sein. Denn im reichen Luxemburg gibt es immer mehr Haushalte, die von massiven sozialen Problemen betroffen sind. Und zwar in einem Ausmaß, dass inzwischen fast 20 Prozent davon entweder von Armut bedroht sind – Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens beträgt – , oder bereits in Armut leben. Eine Zahl, die in den letzten Jahren unaufhaltsam anwuchs.

Besonders gefährdet von dieser besorgniserregenden Entwicklung sind Arbeitslose, kinderreiche Familien, Ausländer und Alleinerziehende – von denen inzwischen praktisch jeder Zweite von Armut bedroht ist. Die Lage hat sich in den letzten Jahren derart zugespitzt, dass es zig Tausenden unmöglich wäre, ohne Sozialhilfen allmonatlich über die Runden zu kommen.

Geht von Armut die Rede, so ist in den meisten Fällen die monetäre Armut gemeint. Daneben gibt es allerdings auch die Armut der Lebensbedingungen sowie die Existenzarmut, wenn es Haushalten unmöglich ist, wegen fehlender finanzieller Mittel Bedürfnisse zu befriedigen, die für ein Leben in Würde unentbehrlich sind. Nicht ausreichende oder ungesunde Ernährung, schlechte Wohnverhältnisse, Gesundheitsdefizite, mangelhafte Bildung oder fehlende gesellschaftliche Teilhabe sind in der Regel die Folge.

Dass sich die soziale Situation vieler Haushalte in den letzten Jahren in einem derart beängstigenden Maße verschlechtert hat, hat viele Gründe, wobei, neben der massiven Arbeitslosigkeit – fast die Hälfte aller Arbeitsuchenden sind Langzeitarbeitslose – Sozialabbau, horrende Mietpreise, sinkende Reallöhne und schrumpfende Kaufkraft als Hauptursachen des zunehmenden Armutsrisikos anzuführen sind.

Um bedürftigen Menschen punktuell helfen zu können und sie vor einem Abrutschen ins soziale Abseits zu bewahren, haben die Kommunisten in den letzten Jahren mehrfach Sofortmaßnahmen vorgeschlagen. So beispielsweise das Einführen eines Sozialpasses, um allen regelmäßige und gesunde Ernährung, medizinische Betreuung, Gratisnutzung des öffentlichen Transports und kostenlosen Zugang zu kulturellen und sportlichen Veranstaltungen zu ermöglichen.

Auf kommunaler Ebene dürfen Taxen für Wasser, Strom, Gas und Müllabfuhr nicht weiter »kostendeckend« verrechnet, sondern müssen nach sozialen Kriterien gestaffelt werden. Wie das in der Praxis schrittweise umgesetzt werden kann, sieht man derzeit in Rümelingen, wo seit dem Inkrafttreten der aus LSAP und KPL bestehenden Linkskoalition jeder Bürger täglich kostenfrei Anrecht auf 20 Liter Wasser hat.

Wer der zunehmenden Armut entgegenwirken will, muss sich dafür einsetzen, dass schnellstens für alle zugängliche Arbeitsplätze geschaffen, bezahlbare Wohnungen gebaut und die Arbeitskraft spürbar aufgewertet wird.

Alles Themen, mit denen sich die bürgerlichen Parteien im Wahlkampf zur anstehenden Neuwahl des EU-Parlaments allerdings kaum befassten.

Deshalb am Sonntag KPL – d‘Kommunisten, Liste 4 wählen.

gilbert simonelli

Quelle:

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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