Donnerstag, 23. November 2017
Solidaritätsanzeige

Aus Anlass des 15. Jahrestags des NATO-Krieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien fand zwischen dem 21. und 24. März 2014 in der serbischen Hauptstadt Belgrad ein internationes Forum statt. Wir dokumentieren den Redebeitrag von Brigitte Queck für die »Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg« bei dieser Veranstaltung.

Liebe Freunde, lieber Zivadin Jovanovic ,

vielen Dank für die Einladung der „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“ zum Belgrad-Fo-rum!

In diesen Tagen gedenken wir der Tausenden von Opfern, Serben, Albanern und Menschen anderer ethnischer Gruppen, die durch die NATO-Bombardements von Wohnhäusern, Schulen, Fabriken, Krankenhäuser, Bussen bzw. Zügen, im Jahre 1999 in Jugoslawien ermordet wurden!

Heute jährt sich der Beginn des völkerrechtswidrigen »Angriffskrieges« der NATO gegen das ehemalige Jugoslawien zum fünfzehnten Mal. Die damalige rot-grüne Bundesregierung führte damit Deutschland zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg in eine aktive Kriegsbeteiligung. Insgesamt sind bei den rund 38.000 Luftangriffen zwischen dem 24. März und 10. Juni 1999 nach Angaben der jugoslawischen Behörden zwischen 400 und 600 Zivilisten ums Leben gekommen. Die NATO selbst hat keine Zahlen über Opfer der Luftangriffe veröffentlicht. Eine strafrechtliche Verfolgung der Luftangriffe wird vom Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bis heute abgelehnt.

junge Welt, 24. März 2014Die Tageszeitung »junge Welt« gab in ihrer heutigen Ausgabe einer Reihe von Persönlichkeiten der linken und Friedensbewegung die Gelegenheit zu Stellungnahmen zum 15. Jahrestag der NATO-Aggression gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Wir dokumentieren die Erklärung von Wera Richter, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP):

1999 überfiel Deutschland gemeinsam mit der NATO den souveränen Staat Jugoslawien. Dieser Bombenkrieg war ein »Bruch des Völkerrechts«, erklärt der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, einer der Hauptverantwortlichen, nun lapidar. Angeblich sollte er ein »zweites Auschwitz« (Joseph Fischer, Grüne) verhindern. Dazu erfand der damalige SPD-Kriegsminister Rudolph Scharping die Legende vom Hufeisenplan, das »Massaker von Racak«, gegrillte Föten und abgeschnittene Kinderköpfe. Nur wenige widerstanden der Propaganda. Für das »wiedervereinigte« Deutschland war es ein Befreiungsschlag. Endlich durfte es im Kampf um Einflußzonen und den »ungehinderten Zugang zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt« wieder mitschießen. 1999 wurde die »Kultur der militärischen Zurückhaltung« durchbrochen, die Bundespräsident Joachim Gauck, Kriegsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Frank-Walter Steinmeier heute ein für alle Mal beenden wollen. Wie Schröder, Scharping und Fischer 1999 geben sie die Sprachrohre für die eigentlichen Kriegstreiber des Großkapitals, das wie früher seinen »Platz an der Sonne« erbomben will.



Vor 15 Jahren begann die NATO mit dem Bombenkrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Ziel der Bomben wurde auch das serbische Fernsehen RTS. Wir dokumentieren einen Spot, den dieser Sender aus Anlass des Jahrestages über seine Homepage verbreitet: Hier klicken

Mörder auf freiem FußMörder auf freiem FußWir dokumentieren in eigener Übersetzung eine Erklärung der Neuen Kommunistischen Partei Jugoslawiens (NKPJ) zum 15. Jahrestag des NATO-Krieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien am 24. März 2014:

Aus Anlass des 15. Jahrestags der NATO-Aggression gegen die Bundesrepublik Jugoslawien führt die Neue Kommunistische Partei Jugoslawiens (NKPJ ) in der Zeit vom 22. bis 24. März eine Reihe von Aktivitäten durch, die Kampagne »Mörder auf freiem Fuß«.

Antifaschistisches Sommercamp in SerbienAntifaschistisches Sommercamp in SerbienIm legendären Bojcinska-Wald, während des Zweiten Weltkriegs ein Zentrum des Partisanenwiderstands in der besetzten Region Srem, kamen Jugendliche aus ganz Serbien zum „Antifaschistischen Sommercamp“ zusammen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Kommunistischen Jugendverband Jugoslawiens (SKOJ) und SUBNOR Belgrad (Vereinigung der Kämpfer des Volksbefreiungskriegs).

Die SKOJ-Mitglieder und junge Antifaschisten aus Belgrad, Novi Sad, Kragujevac, Nis, Leskovac und Kosovska Mitrovica kamen hier zusammen, um mehr über den heldenhaften jugoslawischen antifaschistischen Widerstand während des Zweiten Weltkriegs zu erfahren. Dies geschah durch Lesekreise, Filmvorführungen und Treffen mit glorreichen Partisanen. Die Idee des Camps war, die Wahrheit über den von der ruhmreichen Kommunistischen Partei Jugoslawiens geführten antifaschistischen Partisanenwiderstand während des Zweiten Weltkriegs zu bewahren und weiterzuverbreiten. Es ging um die Wahrheit über unser Heimatland, das sozialistische Jugoslawien. Diese wird in allen Republiken der früheren SFRJ durch starke antikommunistische Propaganda und durch die Rehabilitierung der besiegten Quislinge (Kollaborateure) in den Medien, Schulen und in der staatlichen Propaganda bedroht.

Bekenntnis zu Serbien in Mitrovica. Foto: reforme.rs / flickr.comBekenntnis zu Serbien in Mitrovica. Foto: reforme.rs / flickr.comIn der Nacht auf Sonntag kam ein Albaner im Norden von Kosovska Mitrovica bei einem Sprengstoffanschlag um. Das Todesopfer ist der 38-jährige Seljver Haradinaj. Zwei seiner vier Kinder wurden bei der Explosion in der ebenerdigen Wohnung leicht verletzt. Ansonsten kam niemand bei dem von lokalen Behörden als „terroristische Tat“ bezeichneten Ereignis um.

Der Anschlag passierte gegen halb zwei in der Siedlung „Tri solitera“ (dt. drei Hochhäuser), in der sowohl ethnische Albaner als auch Serben im mehrheitlich von Serben bewohnten Nordteil der Stadt wohnen. Der Sprengsatz sei an einem straßenseitigen Fenster der Wohnung der Haradinajs platziert worden. Polizei und KFOR nahmen sofort die Fahndung nach den unbekannten Tätern auf. Es soll sich um Serben handeln. Daraufhin schlugen drei Kosovo-Albaner am folgenden Abend einen 66-jährigen Serben krankenhausreif. In Mitrovica patroullieren wieder verstärkt die „Kosovo Police“, wobei man sich im nördlichen Viertel auffallend zurückhält.

Roma in Belgrad. Foto: Milos MilosevicRoma in Belgrad. Foto: Milos MilosevicIm Belgrader Außenbezirk Resnik kam es am vergangenen Sonntag zu Ausschreitungen zwischen Anwohnern und der Polizei. Wie die Nachrichtenagentur Tanjug mitteilte, seien die Beamten mit Steinen und Ziegeln angegriffen worden. Beim Versuch, die Aufstellung von Wohncontainern zu sichern, wurden ein Dutzend Beamte leicht verletzt. Sie wurden in einem Lazarett in der serbischen Hauptstadt versorgt und noch am selben Tag entlassen. Laut einer schwammigen Mitteilung der Polizeigewerkschaft hätte sich die Exekutive zur Lösung des Aufruhrs „gesetzlich gedeckter Vollmachten“ bedient. Bei dieser vor „Toleranz“ und sehr hoher „Professionalität“ strotzenden Lösung wurden zwei Zivilisten am Kopf verletzt. Der jüngere (25-jährige) der beiden erlitt durch die volle Macht auch einen Bruch der Elle.

Seit dem Beginn der serbischen Proteste und Straßenblockaden im Nordkosovo im Sommer diesen Jahres filmen die Demonstranten vor Ort die meisten Geschehnisse mit und stellen ihre Videos auf YouTube. Damit möchten sie eine Gegenöffentlichkeit zu dem massenmedialen Tenor aufbauen, welcher sie als ausschließlich kriminelle Extremisten darstellt. Viele Videos zeigen Demonstranten, die sehr ironische Reaktionen auf die Aktionen der NATO abgeben. So quittierten sie den Ausbau von österreichischen und deutschen Stellungen in Jarinje bei Brnjak im Herbst mit den Worten »Ajde, ajde (hopp, hopp), ARBAJT, ARBAJT (serbische Aussprache des deutschen Wortes „Arbeit“)!« Als gestern, Montag, die NATO-geführte UN-Truppe KFOR in Jagnjenica die Barrikaden einzureißen begann, riefen sie noch: »Ajde, ajde, schneller, schneller«. RedGlobe dokumentiert im folgenden den Auszug eines Gesprächs zwischen einem anscheinend österreichischen Offizier und dem Vorsitzenden des Bezirks Zubin Potok, Slavisa Ristic. Ristic ist einer von vier Bezirksvorstehern im Nordkosovo, welche die Barrikaden unterstützen und die Bevölkerung wiederholt zu friedlichem Protest aufrufen. Ristic ist einer der bekanntesten Lokalpolitker und hat sich als kritischer Diplomat vor Ort einen Namen bei den Serben gemacht.

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