Montag, 11. Dezember 2017
Solidaritätsanzeige

Die »Uhr der Schande« in BarcelonaDie »Uhr der Schande« in BarcelonaBarcelonas Bürgermeisterin Ada Colau hat am Donnerstag auf der Uferpromenada der katalanischen Metropole ein Mahnmal für die Flüchtlinge eingeweiht, die im Mittelmeer ertrinken mussten, weil die EU ihnen keine legalen Wege eröffnet. Neben der Aufschrift »Das ist nicht nur eine Zahl« wird auf der Stele eingeblendet, wieviele Menschen seit Jahresbeginn die Überfahrt nicht überlebten. Sie begann mit 3.034 – diese Zahl nannte die Internationale Organisation für Migration (IOM) vor wenigen Tagen. Es handelt sich um einen Anstieg der Opferzahl um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die »Uhr der Schande«, wie Colau das Mahnmal nannte, befindet sich an der Kreuzung Passeig Marítim de la Barceloneta und Carrer Almirall Aixada, direkt neben dem Strand von La Barceloneta. Man wolle damit noch einmal auf die Notwendigkeit hinweisen, die Asylpolitik der europäischen Staaten radikal zu verändern und eine sichere Passage für die Schutzsuchenden zu schaffen. »Tausende Menschen sind gestorben, weil Europa eine Politik verfolgt hat, die ihnen die Türen verschließt«, kritisierte Ada Colau. »Aber wir sind hier um zu zeigen, dass diese europäische Politik uns nicht repräsentiert.«

Die Uhr wird künftig regelmäßig mit den aktuellen Zahlen der IOM aktualisiert. Am 1. Januar 2017 wird sie auf Null zurückgesetzt und beginnt die Zählung erneut.

Am Rande der Einweihung kam es zu Protesten von Straßenhändlern und deren Unterstützern. Sie warfen der Stadtverwaltung »staatlichen Rassismus« vor, weil sich die Stadt einerseits zum »Refugium« für Flüchtlinge erklärt habe, andererseits aber die fliegenden Händler verfolge, von denen viele genau diese gefährliche Reise über das Mittelmeer hinter sich haben.

Quellen: Barcelona Ciutat Refugi, FAN News Club / RedGlobe

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