Mittwoch, 19. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

SDAJ LogoKSM CzechEine gemeinsame Erklärung der Kommunistischen Jugend Tschechiens (KSM) und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)

Wir, die kommunistischen Jugendorganisationen aus Deutschland und der Tschechischen Republik – KSM (Kommunistischer Jugendverband Tschechiens) und SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) – erinnern an das 80. Jubiläum des Münchner Diktates. Am 30. September 1938 wurde ein Vertrag zwischen Adolf Hitler, Benito Mussolini und Vertretern Großbritanniens und Frankreichs über die Übertragung eines Großteils des tschechoslowakischen Grenzlandes an das Dritte Reich unterzeichnet. Dies öffnete der Zerstörung der Tschechoslowakei, der Besetzung ihres restlichen Territoriums und der Aggression Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg die Tür.

dkp logo neukscm Aus Anlass des 80. Jahrestags des sogenannten »Münchner Abkommens« fand am 28. August in Holany (Tschechische Republik) eine Demonstration und Konferenz der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSCM) statt, zu der die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) eingeladen war. Ergebnis der Veranstaltung ist die nachfolgende gemeinsame Erklärung. 

Holany, wo wir uns Jahr für Jahr treffen, ist erst vor 80 Jahren in die Geschichte eingegangen. Am 28. August 1938 fand hier die größte tschechisch-deutsche Demonstration gegen Faschismus und Krieg statt. Bohumír Schmeral, der Führer der tschechoslowakischen Sozialdemokratie und später auch der Gründer der Kommunistischen Partei, sprach vor dreißigtausend Teilnehmern. Das Münchner Diktat kam einen Monat später, weshalb aus dem tschechischen Grenzgebiet über 300 000 Tschechen ihre Heimat verloren. Das „Protektorat“ der Terroristen besetzte ganz Böhmen und Mähren. Insgesamt wurden 360.000 Tschechoslowaken Opfer von Repressionen und Völkermord. Hitlers „Endlösung“ plante, Millionen zu töten.

dkp logo neukscm Aus Anlass des 80. Jahrestags des sogenannten »Münchner Abkommens« fand am 28. August in Holany (Tschechische Republik) eine Demonstration und Konferenz der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSCM) statt. Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) hielt bei der Veranstaltung folgenden Redebeitrag:

Das „Abkommen zwischen Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien, getroffen in München, am 29. September 1938“, auch Münchener Abkommen genannt, besiegelte die Zerschlagung der damaligen Tschechoslowakei. Das faschistische Deutschland hat sich ein Drittel des Territoriums der souveränen Tschechoslowakei rechtswidrig einverleibt. Das war konkret: 80 Prozent der Energievorräte, 50% ihrer Leicht-und 25% ihrer Schwerindustrie sowie die wesentlichen Anlagen der Landesverteidigung wurden geraubt.

Am 8. und 9. Mai gedenkt die internationale Öffentlichkeit des blutigsten Krieges in der Menschheitsgeschichte, der zig Millionen Menschenleben kostete. In diesen Tagen bringen die meisten Europäer mit Dankbarkeit Blumen zu den Gräbern der Helden – der Soldaten der Anti-Hitler-Koalition, der Partisanen und der Widerstandskämpfer, die in den Kämpfen für die Befreiung der Welt vom Faschismus gefallen sind.

Doch nicht für alle ist der Große Sieg ein Feiertag. Mit Empörung haben wir davon erfahren, dass in Prag ein Akt des Vandalismus in Bezug auf das Denkmal für den Marschall der Sowjetunion, Iwan Stepanowitsch Konew, verübt wurde, das als Zeichen der Dankbarkeit der Einwohner der tschechischen Hauptstadt für die Befreiung der Stadt von der deutschen Okkupation und die Bewahrung der architektonischen Perle vor der Zerstörung errichtet worden war.

Internationale Föderation der WiderstandskämpferVor 75 Jahren, am 10. Juni 1942, ermordeten deutsche Truppen in der Tschechoslowakei in dem 500-Einwohner-Dorf Lidice rund 20 Kilometer nordwestlich von Prag die gesamte männliche Bevölkerung, deportierten die Frauen in Konzentrationslager und töteten die meisten Kinder im KZ Chelmno. Zwei Wochen später ermordeten deutsche Truppen mehr als 30 Männer in Lezaky, rund hundert Kilometer östlich von Prag.

FIRVom 18. bis 20. November 2016 findet in Prag der XVII. ordentliche Kongress der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten statt. Die Mitgliedsverbände aus mehr als 20 europäischen Ländern und Israel repräsentieren die ehemalige Partisanen und Widerstandskämpfer, Kämpfer der Anti-Hitler-Koalition, Deportierte und Verfolgte, ihre Familienangehörigen und Antifaschisten heutiger Generationen.

KSCM-Fraktionschef Pavel Kovacik im Gespräch mit JournalistenBei der vorgezogenen Parlamentswahl in Tschechien haben Sozialdemokraten und Kommunisten offenbar eine eigene Mehrheit verfehlt. Zwar wurden die bislang regierenden Rechtsparteien abgestraft, und wie erwartet wurde die sozialdemokratische CSSD mit 20,5 Prozent der Stimmen stärkste Partei, blieb aber weit hinter früheren Umfragen zurück. Im Sommer war der Partei noch 30 Prozent und mehr prognostiziert worden. Aus dem Stand zweitstärkste Kraft wurde die populistische ANO des Milliardärs Andrej Babis. Sie erreichte 18,7 Prozent. Auf dem dritten Platz landeten die Kommunisten mit knapp 15 Prozent der Stimmen. Sie freuten sich über ihr zweitbestes Wahlergebnis seit 1990.

Kommunistische Partei Böhmens und MährensKommunistische Partei Böhmens und MährensErstmals seit der Zerschlagung der Tschechoslowakei und der Gründung der Tschechischen Republik stellt die Kommunistische Partei des Landes, die KSČM, in einer Region den Landeshauptmann. Im tschechischen Staatsaufbau nehmen die Regionen (kraje) eine den deutschen Bundesländern vergleichbare Stellung ein, der Landeshauptmann (Hejtman) entspricht deren Ministerpräsidenten. In Ústí wurde am Dienstag mit Oldřich Bubeníček ein Politiker der KSČM zum regionalen Regierungschef gewählt. Er steht an der Spitze einer rot-roten Koalition mit der sozialdemokratischen ČSSD.

Mahnmal für die Opfer von Lidice. Foto: kristofarndt / flickr.comMahnmal für die Opfer von Lidice. Foto: kristofarndt / flickr.comFaschistische Politik war eine Vernichtungspolitik, die auch vor barbarischen Morden an der Zivilbevölkerung nicht zurückschreckte. Dies betraf nicht nur den Krieg gegen die Sowjetunion, der wegen der zahlreichen Massenmorde zurecht als „Vernichtungskrieg“ bezeichnet wird, sondern auch die anderen Kriegsschauplätze, an denen Wehrmacht und SS - Einheiten gemeinsam Verbrechen gegen die Bevölkerung begingen.

Vor 70 Jahren, am 10.Juni 1942 ermordeten deutsche Truppen in der Tschechoslowakei in dem 500-Einwohner-Dorf Lidice rund 20 Kilometer nordwestlich von Prag die gesamte männliche Bevölkerung, deportierten die Frauen in Konzentrationslager und brachten die meisten Kinder zur Umerziehung nach Deutschland. Zwei Wochen später töteten deutsche Truppen mehr als 30 Männer in Lezaky, rund hundert Kilometer östlich von Prag. Als Rechtfertigung für diese Massaker nannten die faschistischen Okkupanten den erfolgreichen Bombenanschlag auf Reinhard Heydrich, den Planungsbeauftragten für die "Endlösung" der Judenfrage und höchsten NS-Funktionär im damaligen Böhmen und Mähren.

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