Donnerstag, 23. November 2017
Solidaritätsanzeige

Vatican CityWas kommt dabei heraus, wenn ein italienischer Journalist, ein bekennender Atheist, ausgerechnet am 7. November – dem 99. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution – das geistliche Oberhaupt aller Katholiken interviewt? Eugenio Scalfari, der zwischen 1968 und 1972 für die Sozialistische Partei im italienischen Parlament saß, veröffentlichte das Gespräch mit Papst Franziskus am Freitag in der von ihm mitbegründeten und lange geleiteten Tageszeitung »La Repubblica«. Und das Ergebnis hat es in sich.

Keine Freunde: Uta Ranke-Heinemann und Papst FranziskusDie ganze Welt scheint den neuen Papst Franziskus zu feiern, nur nicht Uta Ranke-Heinmann. Die Wahl von von Jorge Mario Bergoglio zum neuen Oberhaupt der Katholische Kirche sei »keine frohe Botschaft«, schreibt die bekannte Theologin in einem Exklusivbeitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung »junge Welt«. Zwar sei erstmals ein Mann aus Lateinamerika zum Papst gewählt worden, ändern werde sich dadurch im Vatikan jedoch nichts, so Ranke-Heinemann. »Auch wenn mit Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus I. nun ein Papst gewählt wurde, der aus Argentinien stammt: Da sich Ratzinger seit 1981 auf allen Bischofssitzen geklont hat, ist es völlig egal, von welchem Kontinent der neue Klon kommt.« Und weiter:  »Als allererstes dankte er seinem Vorgänger, Papst Benedikt XVI., und machte damit deutlich: ändern wird sich gar nichts. Anschließend flüchtete er in die Obhut der Jungfrau Maria.«

Diktator Videla frass Bergoglio aus der Hand: Titelseite der argentinischen Zeitung Página/12Wir übernehmen leicht redigiert einen ersten Kommentar zur gestrigen Papstwahl von der Homepage der SDAJ München.

Die Glocken läuten noch auf dem Petersplatz in Rom, aber wir wollen eine erste Einschätzung versuchen zu geben, was die 115 alten Männer in Rom verbrochen haben. Die Mainstream-Medien überschlagen sich schon im fortwährenden Bejubeln vom 76-jährigen Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus, Bischof von Rom und somit Papst der katholischen Kirche. Der Jesuitenpriester und bis heute gewesene Erzbischof der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires folgt Josef Ratzinger, alias Benedikt XVI., der Anfang des Monats offiziell aus Altersgründen zurückgetreten war.

Livestream des Bayerischen RundfunksIn Rom sitzen ein paar alte Herren zusammen, um aus ihrer Mitte einen zu bestimmen, der ihre Sekte die nächsten paar Jahre zusammenhalten soll. Trotz Rauchverbots ist als Signal ausgemacht, schwarzen Rauch aufsteigen zu lassen, wenn sie sich nicht geeinigt haben, und weißen, wenn sie einen neuen Staats- und Parteichef des Vatikan haben. Unbestätigten Gerüchten zufolge gäbe es als dritte Möglichkeit roten Rauch. Der steigt auf, wenn die Kardinälinnen und Kardinäle beschließen, dem Opium abzuschwören und lieber eine Kommunistische Partei zu gründen. Das ist bislang noch nicht vorgekommen - wäre aber immerhin eine Nachricht. So aber stehen unzählige Reporter draußen vor der verschlossenen Tür des Petersdoms und starren einen Schornstein an.

In den Weiten des Internet, besonders auf Netzwerken wie Twitter und Facebook, kursieren seit dem Rentenantrag von Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI. unzählige Karikaturen, Collagen, Grafiken usw. Wir haben ein paar hübsche herausgesucht und möchten sie Euch nicht vorenthalten. Durch ein Klick auf das Bild öffnet sich eine größere Ansicht.

Titanic-HomepageMit Bedauern und Unverständnis hat die Redaktion des Frankfurter Satiremagazins »Titanic« in einer Pressemitteilung den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt kommentiert. »Wir verlieren einen geschätzten Kollegen, mit dem wir seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten«, so Chefredakteur Leo Fischer. »Und wir hoffen, daß unser kleiner Rechtsstreit im letzten Jahr kein Grund für diese vorschnelle Entscheidung war.« Es sei schade, daß sich Benedikt nicht an seinem Vorgänger orientiere. Papst Johannes Paul II. habe gezeigt, »dass man das Amt bis zum Schluß würdevoll und erhobenen Hauptes ausüben kann.«

Und tschüß!Was soll man von einem Herrgott halten, der seinem Stellvertreter nicht einmal genügend Gesundheit zuteilen kann, damit dieser seinen Job auf Erden erledigen kann? In Sachen Ratzinger alias Benedikt XVI. hat der Heilige Geist offensichtlich verkackt, denn der Staats- und Parteichef des Vatikan hat die Brocken hingeschmissen. Wie Radio Vatikan vor wenigen Minuten meldete, hat der Papst erklärt, er habe wiederholt sein »Gewissen vor Gott geprüft« und sei »zur Gewißheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben«. Er verzichte deshalb »mit voller Freiheit auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri«, so dass »ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird«.

Schräge Geschäfte im VatikanSchräge Geschäfte im VatikanDie römische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen die Bank des Vatikans, die sich sinnigerweise Istituto per le Opere di Religione (Institut für die religiösen Werke) nennt, wegen des Verdachts der Geldwäsche. IOR-Präsident Ettore Gotti Tedeschi und Generaldirektor Paolo Cipriani werden beschuldigt, die italienische Zentralbank nicht über Absender und Empfänger von Transfers über 5.000 Euro informiert und damit gegen das 2007 verabschiedete Geldwäschegesetz verstoßen zu haben.

Evo Morales und Joseph Alois RatzingerEvo Morales und Joseph Alois RatzingerBoliviens Präsident Evo Morales ist heute in Rom von Papst Benedikt XVI., eigentlich Joseph Alois Ratzinger, zu einer 25 Minuten dauernden Audienz empfangen worden. Während des Gesprächs überreichte Morales dem Kirchenmann einen persönlichen Brief, in dem er ihn auffordert, das Zölibat abzuschaffen und die Strukturen der Katholischen Kirche zu demokratisieren. »Die Kirche darf nicht einen fundamentalen Teil unserer menschlichen Natur leugnen und sollte das Zölibat abschaffen. Dann gäbe es auch weniger Töchter und Söhne, die von ihren Eltern nicht anerkannt werden«, schrieb Morales in dem Brief.

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