telesurKnapp ein Jahr nach dem Putsch gegen Evo Morales wird in Bolivien heute ein neuer Präsident gewählt. Mehr als sieben Millionen Menschen sind aufgerufen, neben dem neuen Staatschef und Vizepräsidenten auch die Abgeordneten und Senatoren neu zu bestimmen. Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre. Um im ersten Wahlgang zum Präsidenten gewählt zu werden, benötigt der Staatschef entweder mehr als 50 Prozent der Stimmen oder aber mindestens 40 Prozent und zugleich einen Vorsprung von mindestens zehn Punkten gegenüber dem Zweitplazierten. Sollte sich heute kein Kandidat durchsetzen, findet am 29. November eine Stichwahl statt.

Nach den letzten Umfragen liegt der für die Bewegung zum Sozialismus (MAS) kandidierende Luis Arce deutlich vor dem rechtsgerichteten Ex-Präsidenten Carlos Mesa. Die Wahlen sind jedoch bereits jetzt von massiven Unregelmäßigkeiten überschattet, für die das Putschregime von De-facto-Staatschefin Jeanine Añez verantwortlich ist. Sowohl der 2019 gestürzte Präsident Evo Morales als auch Arce haben vor einem erneuten Staatsstreich gewarnt, durch den ein Erfolg der MAS verhindert werden soll. Zudem finden die Wahlen unter den Bedingungen der Coronavirus-Pandemie und einer dramatischen politischen Polarisierung statt.

Unmittelbar vor Beginn der Abstimmung kündigte der Präsident des Obersten Wahlgerichts (TSE), Salvador Romero, den Verzicht auf die Schnellauszählung der abgegebenen Stimmen an.

Quelle: Telesur / RedGlobe