Den nachstehenden Beitrag haben wir aus der deutschsprachigen Online-Ausgabe der kubanischen Tageszeitung Granma übernommen.

Für die Ausarbeitung dieses Kommentars gehe ich von dem religiösen Konzept aus, dass „Beichte“ das Erkennen der eigenen Sünden (Sündhaftigkeit) oder Übel ist. Obwohl ich nicht sicher bin, ob die betroffene Person in diesem Fall zum „Beichtstuhl“ gegangen ist, um ihre Fehler vor dem Vertreter Gottes zu gestehen.

Zu viele Fehler in einem Jahr und sieben Monaten an der Spitze Brasiliens. Viele Entscheidungen gegen die Vernunft beim Lenken des Schicksals eines vielschichtigen großen Landes, das nicht nur von COVID-19 geplagt wird, sondern vor allem unter einem Jair Bolonaro leidet, der sich mehr der Nachahmung seines Amtskollegen in den Vereinigten Staaten, Donald Trump, widmet, als dass er nach Lösungen für die schreckliche Situation seiner Landsleute suchen würde.

Brasilien erreichte am 9. August an diesem Wochenende die erschreckende Zahl von mehr als 100.000 Todesfällen durch die Epidemie und überschritt drei Millionen Infektionen. In diesem Zusammenhang brachte Bolsonaro es fertig, das Lockdown als Todesursache für zwei von drei infizierten Menschen im Land verantwortlich zu machen. Diese Maßnahme wurde von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen und war bislang die wirksamste Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie.

Von Beginn der Gesundheitskrise an hat der Präsident die soziale Isolation abgelehnt und nicht respektiert und die wirtschaftliche Offenheit über das Leben der Bürger gestellt.

Er beschuldigte sogar einige Gouverneure, die diese Bestimmung anwendeten, die brasilianische Wirtschaft destabilisieren zu wollen.

Wir sahen ihn ohne Maske in Menschengruppen oder auf einem Pferd reitend oder Motorrad fahrend, in einem weiteren Ausdruck seines histrionischen Exhibitionismus.

Mit seiner respektlosen Art, mit einem so heiklen Problem umzugehen, beschränkte sich Bolsonaro an dem Tag, an dem Brasilien eine Rekordzahl von 1.262 Todesfälle in 24 Stunden aufgrund von COVID-19 verzeichnete, darauf, zu sagen, dass „der Tod das Schicksal aller ist“.

Eine solche Aussage würde ausreichen, um ihn als Präsidenten der Nation zu disqualifizieren. Aber es gibt noch viel mehr Fehler.

Er war es, der die Krankheit, die inzwischen über 20 Millionen Infektionen und mehr als 800.000 Todesfällen weltweit verursacht hat, als „kleine Grippe“ bezeichnet hatte. Drei Minister für öffentliche Gesundheit sind aufgrund seiner Vorgehensweise in Bezug auf die Krankheit mitten in der Pandemie zurückgetreten, und das Land hat an 18 aufeinander folgenden Tagen keinen Gesundheitsminister.

Er war ebenfalls sehr respektlos, als er im April nach der wachsenden Zahl von Todesfällen aufgrund des neuen Coronavirus gefragt wurde und antwortete: „Ich bin kein Totengräber, dass sie mich nach den Verstorbenen fragen müssen.“

Zu seinen hartnäckigen und verantwortungslosen Handlungen gehört die Tatsache, dass er diese Woche erneut die Verwendung von Chloroquin zur Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus verteidigte, obwohl die Weltgesundheitsorganisation davor gewarnt und die Aussetzung der Anwendung dieses Produkts auf der ganzen Welt gefordert hatte.

Eine der jüngsten Prognosen von Bolsonaro ist seine Zusicherung, dass „mehr als die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung an der Krankheit erkranken wird“, unabhängig von den getroffenen Isolationsmaßnahmen. Seine Priorität ist daher die wirtschaftliche Offenheit.

So behandelt er eine Bevölkerung, die ihn kennen lernte - denn zuvor war er ein Unbekannter -, als er am 12. Mai 2016 in Weiß in den Gewässern des Jordan in Israel auftauchte, wo er getauft wurde.

Besagte Aktion dieses Katholiken, der auch den evangelischen Glauben annahm, erleichterte es ihm, dem Abgeordneten der extremen Rechten, in einem nicht zu vernachlässigenden Bevölkerungssektors, der aus rund 40 Millionen der 190 Millionen Einwohner Brasiliens besteht, Stimmen zu fangen.

Es sei daran erinnert, dass Bolsonaro an diesem Tag als Abgeordneter der Sozialchristlichen Partei während des Amtsenthebungsverfahrens der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff inmitten der Medienshow im brasilianischen Parlament gegen den Präsidenten aufgeregt rief: „Im Gedenken an Oberst Carlos Alberto Brilhante Ustra, Rousseffs Terror, stimme ich dafür“. Er bezog sich auf nichts weniger als Dilmas Folterer während der Militärdiktatur.

Das ist Jair Bolsonaro, der derzeitige brasilianische Präsident, von dem ich nicht sicher bin, ob er durch die Gewässer des Jordan dort in Israel gereinigt wurde, das einen großen Teil des palästinensischen Territoriums besetzt hält.

Quelle:

Granma Internacional


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