Mittwoch, 16. Januar 2019
Solidaritätsanzeige

Die brasilianische Arbeiterpartei (PT) hat die Unterwerfung der neuen Regierung von Jair Bolsonaro unter die Interessen der USA verurteilt, die Venezuela destabilisieren wollen, wie die Agentur Prensa Latina berichtet.

"Diese aggressive Entscheidung der brasilianischen Regierung zeigt, dass unser Land keine autonome Außenpolitik mehr hat, da es sich unkritisch und gegen seine eigenen Interessen an Donald Trumps kriegstreibender und anti-lateinamerikanischer geopolitischen Agenda ausgerichtet hat", kommentiert das Portal Brasil 247.

»Heute ist der Tag, an dem die Menschen beginnen, sich vom Sozialismus … zu befreien«, sagte der neugewählte Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, bei seiner Amtseinführung am Neujahrstag. Da ist bei dem Herrn wohl so einiges durcheinandergeraten – ob es in seinem Kopf ist oder an anderer Stelle, wollen wir nicht beurteilen. Aber diese Erscheinungen teilt der frühere Armee-Hauptmann mit etlichen anderen Leuten, die sich heutzutage Politiker nennen.

Ich wusste, dass ich in diesem kurzen Aufenthalt als Sonderkorrespondent für Brasilien Luiz Inácio Lula da Silva nicht sehen konnte. Mir war klar, dass es schwierig wäre, bis zu seiner Zelle im Staatsgefängnis in der Stadt Ciritiba vorzudringen, wo er seit April letzten Jahres wegen angeblicher Korruption inhaftiert ist, ein Ort, von dem aus er nicht einen „Gefallen, sondern einfach nur Gerechtigkeit“ fordert.

Aber wie der Schriftsteller Paulo Coelho sagte: „ Nur eine einzige Sache macht einen Traum unmöglich- die Angst zu scheitern.“ Ich setzte auf den Kontakt mit dieser Ikone der brasilianischen Politik und einem der Menschen, die zu einem Symbol der lateinamerikanischen Linken geworden ist.

Alles war geplant. Es war ein abgekartetes Spiel. Jair Bolsonaro hat bereits die Glückwünsche der Regierung von Donald Trump für den Abbruch der Präsenz kubanischer Ärzte in Brasilien erhalten. Jetzt, am Freitag, kann er John Bolton, den Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, umarmen. „Wir werden ohne Zweifel ein produktives und positives Gespräch im Namen unserer Nationen führen“, twitterte Bolsonaro.

Wenige Tage zuvor hatte die US-Unterstaatssekretärin für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre, Kimberly Breier, das Verhalten von Bolsonaro in Bezug auf die kubanischen Ärzte als „gut“ bezeichnet.

„ Wir verlassen das Land, aber in unserem Herzen tragen wir diese Umarmung des alten Mannes und das Lächeln des Kindes, die unendliche Zuneigung des brasilianischen Volkes; die einfachen Behausungen, wo man zum Mittagessen eingeladen wird, zu diesen Bohnen mit Farofa, mit viel Liebe gemacht. Ich erinnere mich auch an die alten Leute, die um 5 Uhr nachmittags auf einfach gezimmerten Bänken saßen und auf den Arzt warteten, der um diese Zeit normalerweise die Praxis verlässt, einfach nur, um mit ihm ein Schwätzchen zu halten. So könnte ich viele schöne Dinge erzählen, die für mich Reichtum bedeuten, keinen materiellen Reichtum, sondern etwas, das mein Herz weiterhin bereichern wird“.

„Die kommende Regierung Brasiliens, die kürzlich gewählt worden ist, hat nicht die mindeste moralische Autorität, Kuba in welchem Bereich auch immer in Frage zu stellen, weder in Bezug auf die internationale medizinische Zusammenarbeit, noch hinsichtlich der Menschenrechte“, urteilte der Außenminister der Insel Bruno Rodríguez Parrilla.

In Erklärungen vor Prensa Latina und Telesur im Rahmen des Iberoamerikanischen Gipfels in Guatemala verteidigte der Leiter der kubanischen Diplomatie am vergangenen Freitag die Entscheidung der Karibiknation, infolge der Äußerungen des gewählten Präsidenten Jair Bolsonaro die eigene Teilnahme am Programm „Más Médicos“ (Mehr Ärzte) zu beenden.

Die Rückkehr des medizinischen kubanischen Fachpersonals, das sich in Brasilien befindet, wird Ende dieser Woche beginnen und sollte in der zweiten Dezemberhälfte abgeschlossen sein; außerdem wird der Transport seiner gesamten Habe gewährleistet. Das gaben in Havanna die dafür Verantwortlichen im Gesundheitsministerium und Transportministerium bekannt.

Boticario ist ein entlegenes Dorf im Nodosten Brasiliens. Es befindet sich im Staat Sergipe, über 1.600 km von der Hauptstadt Brasilia entfernt.

Es ist unwahrscheinlich, dass der jüngst gewählte Präsident des südamerikanischen Landes Jair Bolsonaro jemals dort gewesen ist, oder dass er weiß,wo auf der brasilianischen Landkarte sich dieser Ort befindet. Noch weniger kann man glauben, dass er die Geschichte von Maria kennt, eine einfache junge Frau von kaum 29 Jahren, der eine kubanische Ärztin Erleichterungt verschaffte.

cuba minrexDas Gesundheitsministerium der Republik Kuba, das den solidarischen und humanistischen Prinzipien verpflichtet ist, die seit 55 Jahren die kubanische Zusammenarbeit bestimmt haben, nimmt seit Anfang August 2013 am Programm Más Medicos para Brasil (Mehr Ärzte für Brasilien) teil. Die Initiative, die von Dilma Rousseff ausging, die zu diesem Zeitpunkt Präsidentin Brasiliens war, hatte das edle Ziel, gemäß dem Prinzip der universellen Gesundheitsversorgung, wie sie die Weltgesundheitsorganisation unterstützt, die medizinische Versorgung für den größten Teril der brasilianischen Bevölkerung sicherzustellen.

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